| Salzburger Nachrichten am 24. Dezember 2005 - Bereich: Kultur
Spaziergänge zur Kunst in München Ein kurzer
Ausstellungsüberblick: Lenbachhaus, Haus der Kunst, Hypo-Kunsthalle, Villa
Stuck
MÜNCHEN (SN-hb). Wer die Weihnachtsferien nützen möchte für vielfältige
Begegnungen mit Kunst, für den ist München eine gute Adresse. Nicht nur
die Pinakotheken (und hier besonders die Pinakothek der Moderne; siehe
oben stehenden Bericht), sondern auch andere große Kunstinstitutionen
bieten ein dichtes Programm. Noch bis 8. Jänner ist im Lenbachhaus die einzigartige Retrospektive
zum Werk von Franz Marc zu sehen, die aus mehr als nur Ikonen wie dem
"Blauen Pferd" besteht. Über 100 malerische Arbeiten, 150 Arbeiten auf
Papier und ausgewählte Skulpturen fassen einen tragisch kurzen, von
realistischer Kunst bis ins Abstrakte vorstoßenden Lebens- und
Schaffensweg stark und konzentriert zusammen. Im Haus der Kunst darf der Betrachter ebenfalls noch bis 8. Jänner
schwelgen in der Pracht französischer Meisterwerke des 17. und 18.
Jahrhunderts aus deutschen Sammlungen. Als Kontrast dazu setzt das von
Chris Dercon sehr abwechslungsreich geführte Institut eine
Themenausstellung ("Künstlerbrüder - von den Dürers zu den Duchamps"; bis
22. 1.) und eine aus dem Museum of Modern Art in New York übernommene
Retrospektive zum faszinierenden fotografischen Werk Lee Friedlanders (bis
12. 2.). Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung gibt sich weihnachtlich
beschaulich und zeigt bis 5. Februar das hier zu Lande kaum bekannte Werk
des schwedischen Malers und Illustrators Carl Larsson (1853- 1919), der
mit seinem Rückzug in die häusliche Idylle seine eigene "Vision vom Glück"
gegen die seelenlos gewordene Gesellschaft lebte. Und schließlich zeigt das Museum Villa Stuck bis 8. Jänner Hauptwerke
der Künstlerin Hilla von Rebay, die im und nach dem 2. Weltkrieg eine
wichtige Rolle als Förderin der gegenstandslosen Kunst und der
europäischen Avantgarde spielte. Mit ihrer Hilfe erwarb Solomon R.
Guggenheim (den sie 1928 porträtierte) zwischen 1929 und 1939 Hunderte
Meisterwerke gegenstandsloser Kunst. |