Oslo (APA/dpa) - Die vergangene Woche
sichergestellten Bilder "Der Schrei" und "Madonna" von Edvard
Munch (1863-1944) können erst in mehreren Monaten wieder im
Museum gezeigt werden, weil die Reparaturarbeiten nicht
schneller zu bewältigen sind. Das teilte das Osloer
Munch-Museum am Montag mit. Die weltberühmten Gemälde waren am
22 August 2004 aus dem Museum geraubt worden.
"Der
Schrei" war von den Kunsträubern nach dem Diebstahl aus dem
Rahmen gerissen und fallen gelassen worden. Eine Ecke der
Pappplatte wurde dabei eingedrückt. Die auf eine Leinwand
gemalte "Madonna" hat ein Loch mit anliegenden Rissen von der
Größe einer größeren Geldmünze. Die norwegische Polizei machte
auch vier Tage nach dem sensationellen Auftauchen der
frühexpressionistischen Bilder, die zwei Jahre lang
verschollen waren, keine Angaben über die Hintergründe. Als
wahrscheinlich gilt, dass der Kunstdiebstahl als
Ablenkungsmanöver nach einem zuvor verübten spektakulären
Geldraub in Stavanger durchgeführt wurde. Dessen
Hauptverantwortlicher David Toska stand am Montag in der
Berufungsverhandlung erneut vor Gericht, nachdem er in erster
Instanz zu 19 Jahren Haft verurteilt worden war. Nach
Berichten Osloer Medien soll Toska versucht haben, mit dem
entscheidenden Tipp für die verschollenen Bilder ein milderes
Urteil oder wenigstens bessere Haftbedingungen für sich zu
erwirken.
APA 19:28 4.09.2006 |