diepresse.com
zurück | drucken
30.04.2002 - Ausstellung
Documenta11 mit spärlicher Österreich-Beteiligung
Mit der Weltkunstschau Documenta 11 will Okuwi Enwezor eine "transnationale" Ausstellung präsentieren. Aus Österreich wurden nur Lisl Ponger, Renee Green und Ecke Bonk geladen.


KASSEL (ag.). Die bevorstehende Weltkunstschau documenta in Kassel will sich so international und vielseitig wie noch nie präsentieren. Bei der Vorstellung der ausgewählten Künstler sagte documenta-Chef Okwui Enwezor am Dienstag, die Documenta11 solle eine "transnationale" Ausstellung unter Einbeziehung sämtlicher Künstlergenerationen und Genres werden. "Kunst ist sehr unterschiedlich und nicht nur in einem Teil der Welt zu Hause. Das will die Ausstellung sagen."

Drei Künstler der Kulturnation Österreich geladen

Im Gegensatz zur documenta X bei der 1997 dreizehn österreichische Künstler von Catherine David nach Kassel geladen wurden, ist Österreich heuer spärlich vertreten. Einzig Lisl Ponger, Renee Green und Ecke Bonk dürfen für Österreicher "reklamiert" werden. Lisl Ponger wird eine Fotoserie über die VolxTheaterKarawane in Kassel zeigen. Der Grafiker und "Typosoph" Ecke Bonk war bereits auf der documenta X und 1999 im Rahmen des Österreich-Beitrages auf der Kunstbiennale in Venedig vertreten. Die US-Amerikanerin Renee Green hat seit 1997 eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien inne.

118 Künstler an 100 Tagen vertreten

An der Kunstschau vom 8. Juni bis 15. September sollen 118 Künstler und Künstlergruppen aus allen Kontinenten teilnehmen. Die bei den bisherigen documenta-Ausstellungen unterrepräsentierten Erdteile Afrika, Asien und Lateinamerika sind dabei mit gut 40 Künstlern vertreten, ein Beitrag kommt aus Australien. Die große Mehrheit stellen mit knapp zwei Dritteln der Teilnehmer jedoch nach wie vor Europäer und Nordamerikaner.

Ein übergreifendes Kriterium für die Auswahl habe es nicht gegeben, erklärte Enwezor. Vielmehr solle die ganze Bandbreite künstlerischer Arbeiten gezeigt werden: Malerei, Zeichnung und Skulptur ebenso wie Fotografie, Film, Architektur oder Internet- Kunst. Speziell für die documenta 11 seien 79 vollkommen neue Kunstprojekte in Arbeit.

Das Begleitprogramm während der 100 Tage dauernden Ausstellung werde vor allem von den Aktivitäten der einzelnen Künstler selbst bestimmt. Etliche würden vor Ort an ihren Kunstwerken arbeiten und auch Symposien, Vorträge und Workshops organisieren. Zur Eröffnung am 8. Juni soll ein eigens geschriebenes Theaterstück des südafrikanischen Malers William Kentridge aufgeführt werden. Die Musik stamme von der Hamburger Künstlerin Hanne Darboven.



© Die Presse | Wien