01.09.2003 11:44
Reanimierte Bambis
Die polnische
Künstlerin Monika Wiechowska in der Galerie Fotohof - Foto
Die Frage bleibt im Hintergrund, wer sich diese Motive in seine Wohnung hängen will. Tatsache ist, dass die auch von den Sex Pistols propagierte imaginäre Serie "Who killed Bambi" von Monika Wiechowska um eine schaurige Dimension erweitert wird. Die seit 1995 in Amsterdam ausgebildete und dort lebende Polin belebt totes, oft heftig angeblitztes Wild mit einem simplen, effizienten Trick. Sie stellt das Foto der liegenden Kreatur auf, sodass es stehend erscheint. Eine Reanimation zwischen Schönheit und Schrecken. Aber sie kann auch anders, mit stimmig-intimen Porträts, die etwa nur einen Hände-Ausschnitt (s. oben) zeigen. Das surreale Verrücken beherrscht die junge Fotokünstlerin perfekt und ist darin besser als in ihren narzisstischen, beinahe austauschbaren und als Genre sattsam bekannten Selbstbespiegelungen. Vor allem das Bild "under the bed" ist da anders: Da mutiert der Raum unter dem Bett zu bedeutungsschwerer Architektur. (dok/DER STANDARD, Printausgabe, 1.9.2003)