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Christine König Galerie. Das fidei commissum
(unveräußerliches, unteilbares Vermögen einer Familie) forderte
Ann-Sofi Sidén in Zusammenhang mit einer Ausstellung im Schloßpark
von Wanas zur Stellungnahme heraus. Ergebnis ist eine so verschmitzt wie
wissend lächelnde, pinkelnde Frauenfigur aus Bronze. Damals hatte die
Skulptur als Kontrapunkt zu den wasserspendenden Adonis-Statuen sonder
Zahl durchaus persiflierenden Charakter. In der Galerie wird sie zum
feministischen Statement, ohne doch moralisch zu erscheinen. Die
beide Situationen verknüpfende Parallelgeschichte spiegelt sich in zwei
perfekt gegeneinander geschnittenen Videos wieder (IV., Schleifmühlgasse
1a; bis 13. Jänner 2002).
Georg Kargl. Body Missing der Kanadierin Vera Frenkel
ist eine groß angelegte interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der
Kunstraubpolitik des Dritten Reichs. Ausgehend von einer Einladung nach
Linz 1994, wo sie sich mit dem Kontext des Hitlermuseums zu beschäftigen
anfing, weitete Frenkel ihre Recherche bald aus auf die Bereiche
kollektives Gedächtnis, Erinnerungsarbeit und gesellschaftliche
Verantwortung als Waffen gegen das historische Vergessen. Mittlerweile
umfaßt das Werk sechs eindrucksvolle Stationen, bestehend aus Videos,
einer Website und skulpturalen Elementen. In den verschachtelten
historischen Räumen der Galerie bot sich ihr eine wunderbare
Präsentationsgelegenheit, die die Komplexität und Notwendigkeit der
Auseinandersetzung mit Fragen der Zeitgeschichte zwingend hervortreten
läßt (IV., Schleifmühlgasse 5; bis 15. Jänner 2002).
Fotogalerie Wien. Stellen Sie sich eine Hausfrau im Supermarkt vor,
ein Fernsehkoch tippt ihr auf die Schulter, eine halbe Stunde später steht
er in ihrer Küche, um ein Menü zu zaubern. Nicht wahr? In England schon.
Kevin heißt der Gute, der sich als "Surprise Chef" hinter die Herde hievt.
Die daraus resultierende Verlegenheit, das verkrampfte Geplauder und
ratlose Schweigen waren für Ursula Rogg Anlaß genug für eine Serie
von Großformaten. Eine Werkgruppe, die inhaltlich wie formal ins
Schwarze trifft und die Dekadenz der Medienkultur klug kritisiert. Schön
ergänzt wird sie von Peter Freitags Collagen zum Thema
"Reiseprospekt und Familienidylle". Etwas deplaziert wirkt hingegen
Steve Giovincos Photoserie "Myth of the Everyday" (IX., Währinger
Straße 59; bis 1. Dezember).
© Die Presse | Wien
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