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21.11.2001 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von JOHANNA HOFLEITNER


Christine König Galerie. Das fidei commissum (unveräußerliches, unteilbares Vermögen einer Familie) forderte Ann-Sofi Sidén in Zusammenhang mit einer Ausstellung im Schloßpark von Wanas zur Stellungnahme heraus. Ergebnis ist eine so verschmitzt wie wissend lächelnde, pinkelnde Frauenfigur aus Bronze. Damals hatte die Skulptur als Kontrapunkt zu den wasserspendenden Adonis-Statuen sonder Zahl durchaus persiflierenden Charakter. In der Galerie wird sie zum feministischen Statement, ohne doch moralisch zu erscheinen. Die beide Situationen verknüpfende Parallelgeschichte spiegelt sich in zwei perfekt gegeneinander geschnittenen Videos wieder (IV., Schleifmühlgasse 1a; bis 13. Jänner 2002).

Georg Kargl. Body Missing der Kanadierin Vera Frenkel ist eine groß angelegte interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Kunstraubpolitik des Dritten Reichs. Ausgehend von einer Einladung nach Linz 1994, wo sie sich mit dem Kontext des Hitlermuseums zu beschäftigen anfing, weitete Frenkel ihre Recherche bald aus auf die Bereiche kollektives Gedächtnis, Erinnerungsarbeit und gesellschaftliche Verantwortung als Waffen gegen das historische Vergessen. Mittlerweile umfaßt das Werk sechs eindrucksvolle Stationen, bestehend aus Videos, einer Website und skulpturalen Elementen. In den verschachtelten historischen Räumen der Galerie bot sich ihr eine wunderbare Präsentationsgelegenheit, die die Komplexität und Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Fragen der Zeitgeschichte zwingend hervortreten läßt (IV., Schleifmühlgasse 5; bis 15. Jänner 2002).
Fotogalerie Wien. Stellen Sie sich eine Hausfrau im Supermarkt vor, ein Fernsehkoch tippt ihr auf die Schulter, eine halbe Stunde später steht er in ihrer Küche, um ein Menü zu zaubern. Nicht wahr? In England schon. Kevin heißt der Gute, der sich als "Surprise Chef" hinter die Herde hievt. Die daraus resultierende Verlegenheit, das verkrampfte Geplauder und ratlose Schweigen waren für Ursula Rogg Anlaß genug für eine Serie von Großformaten. Eine Werkgruppe, die inhaltlich wie formal ins Schwarze trifft und die Dekadenz der Medienkultur klug kritisiert. Schön ergänzt wird sie von Peter Freitags Collagen zum Thema "Reiseprospekt und Familienidylle". Etwas deplaziert wirkt hingegen Steve Giovincos Photoserie "Myth of the Everyday" (IX., Währinger Straße 59; bis 1. Dezember).



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