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02.05.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von JOHANNA HOFLEITNER


Galerie Charim. Mit malerischen Hühnerfleischbildern, einer Intervention in einer Galerie, deren Wände mit einer Latex-Haut überzogen wurden, mit Schminkemalerei und Lederskulpturen, die an Boxhandschuhe erinnerten, machte sich Max Boehme zu Beginn der Neunziger einen Namen. Dann zog er sich eine Zeit aus dem Kunstbetrieb zurück. Und man mochte neugierig sein auf die Ergebnisse seines Innehaltens.

Merklich hat er an seinem künstlerischen Konzept gefeilt und nach malerischer Perfektionierung gesucht. Das spiegelt in der Schau das Verhältnis von Malerei, Zeichnung und Skulptur wieder. Fast altmeisterlich ausgeführte Ölbilder verweisen nun nur mehr vage auf Körperliches, scheinen in erster Linie schön sein zu wollen. In Farbigkeit wie auch Inhaltlichkeit fügen sie sich gut in einen neueren Malereikontext, der hierzulande entscheidend von Maria Lassnig, Siegfried Anzinger oder Erwin Bohatsch geprägt wurde. Über solche Bezugsgrößen kann sich Boehme allerdings weder hinwegsetzen noch hat er seinen eigenen radikalen frühen Ansatz logisch weiterentwickelt. Der ist in der Schau einzig in kleinen, nicht unwitzig zu Lampionen arrangierten Handzeichnungen spürbar. Was Boehme hier an Malerei präsentiert, ist allerdings leider nicht mehr als gute Gebrauchslyrik (I., Dorotheergasse 12; bis 24. März).

Galerie Meyer Kainer. Schnurgerade weiße Bänder, schwarze Felder, bunte rhomboide Flächen, bis hin zur Bedrohung verzerrte Perspektiven: zentrale Elemente der Lackbilder von Sarah Morris. Was scheinbar an die neue Geometrie der Achtziger anschließt, dechiffrieren die Bildtitel als malerische Interpretation von Wolkenkratzerarchitektur. "National Air and Space", "State Department", "Federal Trade Commission" etc. nennt die US-Künstlerin diese Großformate. Die Botschaft ist klar: Versehen mit dem Zusatz "Capital", "Hauptstadt" werden derlei Strukturen als Chiffren für Macht, Ordnung, Kontrolle gedeutet.

Ihre in der Malerei etwas bemüht wirkende Analyse von Herrschaftsmechanismen vermittelt Morris präziser in einem 18minütigen, mit minimalistischen Synthesizerklängen unterlegten Video "Capital": Anhand perfekt ausgewählter Bildsequenzen, in denen sie nächtliches Großstadtflair mit Momenten des sozialen und politischen Alltags verschneidet, macht sie die Szenarien der Macht ungleich transparenter (I., Eschenbachgasse 9; bis Mitte Mai).



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