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| 09.01.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Leopold Museum: Der schöne Schein und sein Ende | ||
| 40 Damen zeigen im Leopold Museum den Wandel "Vom Jugendstil zum Expressionismus". | ||
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"Ziemliche Aufschneider waren sie halt." Elisabeth
Leopold lächelt schelmisch. "Moa, die Tänzerin", eines von Schieles
berühmtesten Blättern, wirft einen empörten Blick über die Schulter
zurück. Gemeinsam mit ihrem Partner Osen übte die Ausdruckstänzerin um
1910 einen starken Einfluss auf den erst zwanzigjährigen Maler aus. Das
schräge Pärchen stand Schiele des öfteren Modell. Im obersten Stockwerk
des Leopold Museums, bei Schieles Gemälden, begegnet man Osen, dem Tänzer
und Schauspieler, wieder. Doch im unterirdischen Grafikkabinett dreht sich alles um die "der Restauratorin abgerungene" (Elisabeth Leopold) "Moa". Rund um die prächtige Gouache aus 1911 reihen sich 40 Blätter mit Frauenfiguren von Koloman Moser, Klimt, Kokoschka. Die so unterschiedlichen Damen sind angetreten, um die Entwicklung vom Jugendstil zum Expressionismus zu illustrieren. Aus dem symmetrischen und ornamentalen Korsett von
Secession und Wiener Werkstätte winden sich die Körper langsam erst ins
Manierierte und letztendlich in die Freiheit. Während Koloman Moser eine stilisierte Lady noch streng
frontal für ein Möbelunternehmen werben ließ, durften die Frauen in seinen
freien Zeichnungen schon natürlich atmen. In schönen Schein hüllte Gustav
Klimt seine Porträtierten, während Egon Schiele hier viel lieber nach
Wirklichkeit und Wahrheit bohrte. Ein Bauernmädchen ist eben keine Femme
Fatale. Der wilde Kokoschka wühlte dann weiter in den Seelen der Schönen
und der Weiber. Konzentriert und anschaulich ist diese Ausstellung im
Leopold Museum eine interessante Ergänzung zur Moderne-Schau "Klimt bis
Klee" in der Albertina. Auch hier lässt sich die Spur der Frauen
verfolgen, die hier in der Neuen Sachlichkeit bei Otto Dix endet: mit
einer hageren Dame aus 1932. Der schöne Schein? Er kommt nicht wieder. sp
Bis 8. März. Tägl. außer Dienstag: 10-19 Uhr,
Freitag: 10-21 Uhr. |
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