Salzburger Nachrichten am 23. Dezember 2005 - Bereich: Kultur
Weichen für Tiroler Kunstfakultät gestellt

Konkurrenz zur Universität Mozarteum - Finanzierung noch nicht garantiert

Innsbruck (SN-hkk). Der Universitätsrat der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck begrüßt die Einrichtung einer Kunstfakultät. Dieser Beschluss von Dienstagabend wurde am Mittwoch publik gemacht. Die Kunstfakultät solle "neben der Musikpädagogik auch die wichtigen Bereiche Bildende Kunst und Kunstpädagogik umfassen", gab der Vorsitzende des Universitätsrats, Michael Rainer, bekannt.

Damit haben beide obersten Führungsgremien - Rektorat und Universitätsrat - der Kunstfakultät prinzipiell zugestimmt.

Aus Salzburger Sicht ist diese Entscheidung unangenehm, denn mit der Kunstfakultät wird das gleiche Angebot aufgebaut, das bisher die Innsbrucker Zweigstelle der Universität Mozarteum abgedeckt hat. Zudem gäbe es in Innsbruck für Kunststudenten aus Westösterreich und Südtirol einen geografisch günstigen Studienort.

Der Universitätsrat hat allerdings sein "Ja" an Bedingungen geknüpft. Die Kunstfakultät müsse "voll und uneingeschränkt" von Bund und Land Tirol finanziert werden; andere Leistungen von Bund und Land an die Leopold-Franzens-Universität dürften nicht beschnitten werden; die Leitung der Kunstfakultät müsse der Leopold-Franzens-Universität obliegen. Um dies zu erfüllen, seien "weitere intensive Verhandlungen" nötig, teilte Rektor Manfried Gantner mit. "Wichtige Vorentscheidungen für die Errichtung einer Kunstfakultät sind im Frühjahr 2006 zu erwarten."

Der Beschluss des Universitätsrats enthält einen Zeitplan: 2006/07 wird mit dem Tiroler Konservatorium ein Bakkalaureat für Instrumental- und Gesangspädagogik eingerichtet. 2007/08 sollen die Lehrämter Musik- und Instrumentalerziehung an der Universität angeboten werden. 2008/09 sollen diese Studienmöglichkeiten auf Bildende Kunst und Kunstpädagogik ausgeweitet werden; zugleich soll das gesamte Studienangebot in der Kunstfakultät gebündelt werden.