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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
07. November 2006
14:20 MEZ
Patriotische Wallungen über WC-Spülung mit Nationalhymne
Objekt der Künstlerinnen Eleonora Chiari und Sandra Goldschmied Anlass für Gerichtsfall in Italien

Rom - Ein Gericht in der norditalienischen Stadt Bozen befasst sich derzeit mit einer Toilette, deren Spülung von der Melodie der italienischen Nationalhymne begleitet wird. Wie die Sprecherin des Museums für moderne Kunst in Bozen, Silvia Rissbacher, am Dienstag sagte, hatte die rechtsgerichtete Partei Nationale Allianz das Kunstwerk als "Massaker am Respekt" tituliert und im Oktober dessen Beschlagnahmung erreicht.

Das Objekt der römischen Künstlerinnen Eleonora Chiari und Sandra Goldschmied gehörte zu einer im September eröffneten Ausstellung mit dem Titel "Gruppentherapie". Die elektronisch aufgearbeitete Hymne setzt sich mit der Toilettenspülung in Gang, sobald ein Besucher sich dem Kunstwerk nähert.

Rissbacher sagte, ihr Haus hoffe auf eine Rückgabe des Objekts. Das Gericht habe zugesagt, bald über die Klage zu entscheiden. Die italienische Vereinigung der Museen für moderne Kunst bekundete ihre Unterstützung für das Südtiroler Museum und sprach von "Zensur". (APA)


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