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derStandard.at | derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
30. Juli 2008
18:05 MESZ

Galerie Fotohof, bis 2. 8.
www.fotohof.at

 

"The Lake" (2004) aus der Serie "Transition" (2001-2007) von Lillian Birnbaum. Die Fotografin und Filmemacherin wurde in New York geboren und wuchs in Wien auf.


Was war vor dem Prinzessinnenbad?
Im durchsichtigen Plastiksackerl mit dem Zippverschluss schwimmt kein Goldfisch. Eine Barbie steckt statt seiner kopfüber im Nass. Nackt. Ertränkt?

Die Zeit des Puppenspielens ist gerade vorbei. Ein Abschied, der sich in aggressive Gesten gegenüber den Plastikkörpern zu kleiden scheint. Gegen das langweilig gewordene Spiel gleichermaßen wie gegen die knospende und noch unheimliche Veränderung, die die weiblichen Kurven der Püppchen ihnen verheißen. Die Aufnahmen des absurd gewordenen Spielzeugs sind aber nur Akzente in Lillian Birnbaums fotografischer Erzählung, die den Abschied vom Kindsein, Momente voller Zauber und Authentizität einfängt. Die eigentlichen Geschichten erzählen die Mädchen auf der Schwelle zum Frausein in "Transition" aber selbst.

Über sechs Jahre hinweg nutzten Adah und ihre Freundinnen die Kamera als Spiegel, als Komplize ihrer Selbsterfahrung. In der Selbstverständlichkeit, die sich zwischen ihnen und der in Paris lebenden Fotografin entwickelt hat, liegt der Schlüssel für intime und unverfälschte Bilder. Eine Qualität, die an "Prinzessinnenbad" von Bettina Blümler denken lässt, die Filmdoku über Mina, Klara und Tanutscha aus Berlin-Kreuzberg. Auch wenn Blümler dort anfängt, wo Birnbaum aufhört, nämlich dort, wo die Teenagerzeit offiziell beginnt: mit 13. (kafe, DER STANDARD/Printausgabe, 31.07.2008)


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