Ansturm auf die Ausstellung "Die nackte Wahrheit"
Heiße Tage im Museum Leopold
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Passend zur Hitze: "Nackte Wahrheit" im Museum Leopold
(© APA/Techt)
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Von WZ Online
Als "voller Erfolg", so Pressesprecherin Verena Dahlitz, erwies sich
am Freitag die Gratis-Aktion im Leopold Museum, die anlässlich des
Hitzewetters freien Eintritt für Nackte oder Besucher in Badebekleidung
versprach. Schon in der ersten Stunde nach Museumsöffnung flanierten
nach Museumsschätzung über 100 mehr oder weniger leicht bekleidete
Besucher durch die Ausstellung "Die nackte Wahrheit", um Schlüsselwerke
von Klimt, Schiele, Gerstl und Kokschka zu würdigen.
Etwa die Hälfte der Besucher war normal angezogen, der Rest mehr
oder weniger leicht geschürzt, zeigte ein APA-Lokalaugenschein. "Mich
hat der freie Eintritt und der Spaß gelockt, ich finde es einen tollen
Gag", sagte eine Frau im Bikini. Eine ebenso gekleidete Frau: "Ich
fände es schön wenn alle nackt sind. Da darf der Mensch Mensch sein."
"Ich habe gedacht, da kann ich auf dem Weg zum Bad kurz
vorbeischauen", sagte ein Mann, bei dem der exhibitionistische Drang zu
Bermudashort und Hawaii-Hemd gereicht hat. "Ich wollte die Ausstellung
ohnedies anschauen", sagte einer der wenigen Mutigen, die wirklich im
Adamskostüm erschienen sind. "Ich fühle mich prächtig. Das einzige
unangenehme ist, dass wir hier abgelichtet werden". Eine andere Frau,
oben ohne, flüchtet derweil vor Journalisten in den Aufzug.
Einige Besucher wurden von den nackten Tatsachen oder Badebekleidung
und -schlapfen "überrascht". Während eine Berlinerin die Aktion "sehr
witzig" findet, meint ein Gast aus München: "Überflüssig, der
Badestrand ist am Gänsehäufel". Schockierend sei die Aktion aber nicht,
meint seine Frau, "ganz im Gegenteil". Ein Mann aus Linz findet die
Aktion "gelungen", eine Frau fragt: "Warum braucht es solche Mittel, um
Leute ins Museum zu locken? Aber immerhin passt es zur Ausstellung.
Solche Aktionen in einem Modehaus sind noch viel schlimmer."
Erwartet wurde für den Lauf des Tages eine Performancekünstlerin aus
Paris, Anne Le Morvan, mit ihrem eigenen Fotografen, die sich
regelmäßig nackt in Museen ablichten lässt. Enorm sei das Interesse
auch internationaler Medien, sagt der kaufmännische Direktor des
Museums, Peter Weinhäupl. Fernsehstationen aus Tschechien, Ungarn und
Deutschland hätten sich angemeldet, Radiosender aus London, Rom, Madrid
und der Schweiz hätten angefragt. Weinhäupl meint, die Aktion sei
"sicher auch im Sinne Schieles, der auch ein junger Wilder war.W
http://www.leopoldmuseum.org
Freitag, 29. Juli 2005