| Salzburger Nachrichten am 3. Februar 2006 - Bereich:
Belvedere zeigt "Kunst fürs 20er Haus"
Die Österreichische Galerie Belvedere - derzeit wegen der Restitution
der Klimt-Bilder in aller Munde - zeigt ab Freitag eine
"Propagandaausstellung", so Museums-Direktor Frodl. "Kunst fürs 20er Haus"
präsentiert die Umbaupläne des Architekten Adolf Krischanitz für den
ehemaligen Weltausstellungspavillon von Karl Schwanzer und eine Auswahl
der Werke, die spätestens ab 2008 dort gezeigt werden. Das "20er Haus", lange als Zweigstelle des Museums Moderner Kunst
betrieben, soll künftig die Bestände der Kunst nach 1918 der
Österreichischen Galerie beherbergen. "Ziel unseres Museums war immer,
sich mit der Gegenwartskunst auseinander zu setzen", sagte Frodl. Dass die lange umstrittene Finanzierung des Umbaus nun endgültig
gesichert scheint - Frodl rechnet mit Baubeginn im kommenden Frühjahr, mit
einer Fertigstellung Ende 2007/Anfang 2008 -, führt der Museumsdirektor
auf zwei Faktoren zurück: "Ich habe gute Überzeugungsarbeit leisten
können, es hängt aber sicher auch mit der endgültigen Entscheidung zum Bau
des Zentralbahnhofes zusammen." Auf die künftig völlig veränderte städtebauliche Situation des Areals
um den Südbahnhof wird der Architekt Krischanitz mit der Errichtung eines
"Lichtgrabens" und eines kleinen Turmes, der Büros beherbergen und als
Werbefläche dienen soll, reagieren. Damit soll eine nähere Anbindung des
Gebäudes an die Straße erfolgen. In Zukunft soll im ersten Obergeschoss die 20. Jahrhundert-Sammlung des
Hauses gezeigt werden. "Wir wollen keine statuarische Ausstellung, sondern
eine Präsentation, die sich in regelmäßigen Abständen verändert", so
Frodl. Einen Vorgeschmack darauf bietet die jetzige Ausstellung mit 80 von
Kurator Franz Smola ausgewählten Werken. Das Panorama reicht dabei von
Anton und Cornelius Kolig, Oskar Laskes "Narrenschiff", Kokoschka und
Krystufek, Wotruba und Hrdlicka bis zu den Phantastischen Realisten und
den Aktionisten. Die unmittelbare Gegenwart ist u.a. mit Esther Stocker,
Muntean/Rosenblum und einem Foto einer "Gelatin"-Aktion vertreten. |