Nitsch-Ausstellung in den Kavernen eröffnet
Hermann Nitsch ist eine Sonderausstellung in Salzburg gewidmet, die am Dienstag eröffnet wurde. Die aus Schütt- und Relikt-Bildern seines Orgien Mysterien Theaters, Malereien, Grafiken, Architektur-Zeichnungen und Videos bestehende Schau in den Wüstenrot-Kavernen in der Gstättengasse ist bis 30. August zu sehen.
(SN/APA). Der Eintritt bei „45 Jahre Hermann Nitsch“ ist gratis, täglich gibt es Führungen in vier Sprachen.
Nitsch gibt intimen Überblick
Die Darstellung von Hermann Nitsch als Gesamtkunstwerk sowie die Vermittlung des gedanklichen Konzeptes des Orgien Mysterien Theaters - das seien die erklärten Ziele dieser Sonderausstellung, hieß es bei der Eröffnung. Nitsch hat die Werke selbst zusammengestellt und sprach von einem „persönlichen und ebenso intimen Überblick über mein Lebenswerk“. Nitsch, dem in Neapel und Mistelbach eigene Museen gewidmet sind, gilt nach jahrzehntelanger Anfechtung mittlerweile als einer der etabliertesten Gegenwartskünstler.
„In allen meine Arbeiten habe ich immer das Sein gesucht“, so der Künstler am Rande der Vernissage. „Ob ich es gefunden habe, kann ich nicht sagen. Die Menschen sind wie jemand, der seine Brille sucht, obwohl er sie eh auf der Nase hat. Auf keinem Gebiet gibt es trotz Heidegger noch so viel zu ergründen wie auf dem Gebiet des Seins. Man findet es nie wirklich, aber man kann es punktuell erfahren, wenn man sich innig hingibt und genießt.“
1000 Seiten starkes Nitsch-Buch
„Das Sein“ ist auch der Titel eines dreibändigen, insgesamt über 1.000 Seiten starken Buches mit Texten des Künstlers. Der Styria Verlag hat dieses „philosophische Werk zur Theorie des Orgien Mysterien Theaters“ herausgebracht, ohne ein einziges Bild von Nitsch abzudrucken. Seit Mittwoch ist das Buch zum Subskriptionspreis von 125 Euro erhältlich. Die Startauflage beträgt 3.000 Stück. Zudem erscheint eine Sonderauflage von 100 Stück, der eine Druckgrafik-Serie von Nitsch beigelegt ist. Die Sonderauflage kostet 390 Euro.
Die Galerie Weihergut, die Nitsch weltweit vertritt, hat die Gründung einer Nitsch-Foundation angekündigt, mit dem Zweck, das „bahnbrechende und stilprägende Werk eines der weltweit bedeutendsten Künstler weiter zu verbreiten und zu vermitteln“, so ein Vertreter der Galerie. Die Foundation wird ihren Sitz in Wien haben und soll am 22. Oktober 2009 offiziell eröffnet werden.




















