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Galerie Wolfgang Exner. Zwei Ausstellungsprojekte mit
entgegengesetzter Ausrichtung stellt der Galerist in seiner ersten großen
Herbstausstellung in ein Spannungsfeld: Johann Julian Taupes
abstrakte Ölbilder zum einen und der Zitatenmix von Herwig Zens
über Fritz von Herzmanovsky-Orlando im graphisch Erzählerischen zum
anderen. Taupe erprobt ein Wechselspiel zwischen geometrischer Form und
malerischem Pinselduktus. Zens, bekannt für seine kunsthistorischen
Rezeptionen, wie etwa Goyas Stierkampf, bezieht sich nun auf delikate
Blätter des fabulierenden Meisterzeichners. Momente des Erotischen und
Surrealistischen werden spitzfindig aufs Blatt gesetzt. Offen ist, warum
Zens auf kleinen Leinwänden zeichnet. (I, Rauhensteingasse 12; bis 2.
November)
Galerie Lang. Wenn man sich an den ehemaligen
Sammlung-Hahn-Trakt im Palais Liechtenstein erinnert, stand dieser für
einen Querschnitt der postdadaistischen Positionen wie Nouveau Realisme
und Fluxus. Zu deren eindringlichsten Beispielen zählten auch die obskuren
Objekte eines Curt Stenvert. Man kann mit Recht behaupten, daß
Stenvert unter den wenig echten nachdadaistischen österreichischen
Positionen zu den unangenehmsten, aber dadurch entscheidenden Künstlern
zählt. Mit Sarkasmus sperrt er ein Hochzeitstortenpaar in ein vergittertes
Wetterhäuschen, baut eine Krippe mit Titel "Geboren werden müssen - oder:
Wolken über Bethlehem". Stenverts Malerei dagegen ist weniger interessant,
steht sie im Schatten des Phantastischen Realismus in der
Hutter-Nachfolge. (I, Seilerstätte 16; bis 12. November)
Galerie Hofstätter. Das plastische Werk von Bruno
Gironcoli der sechziger und frühen siebziger Jahre zeigt die Galerie
Hofstätter. Darunter finden sich museale Installationen mit enormer
Eindringlichkeit: Maschinen, Marterinstrumenten verwandt, Kokons, aus dem
überdimensionale Wesen schlüpfen, Elemente, die an Geschlechtsorgane
erinnern und die Gironcolis Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper
und seiner Sexualität veranschaulichen. Würde man sie kunsthistorisch
orten, wären sie monströse Gebilde zwischen Beuysschen
Aktions-Installationen, dem großen Glas von Duchamp und einem skulpturalen
Beitrag zum Wiener Aktionismus. (I, Bräunerstraße 7; bis 23. November)
© Die Presse | Wien
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