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16.10.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN
VON FLORIAN STEININGER


Galerie Wolfgang Exner. Zwei Ausstellungsprojekte mit entgegengesetzter Ausrichtung stellt der Galerist in seiner ersten großen Herbstausstellung in ein Spannungsfeld: Johann Julian Taupes abstrakte Ölbilder zum einen und der Zitatenmix von Herwig Zens über Fritz von Herzmanovsky-Orlando im graphisch Erzählerischen zum anderen. Taupe erprobt ein Wechselspiel zwischen geometrischer Form und malerischem Pinselduktus. Zens, bekannt für seine kunsthistorischen Rezeptionen, wie etwa Goyas Stierkampf, bezieht sich nun auf delikate Blätter des fabulierenden Meisterzeichners. Momente des Erotischen und Surrealistischen werden spitzfindig aufs Blatt gesetzt. Offen ist, warum Zens auf kleinen Leinwänden zeichnet. (I, Rauhensteingasse 12; bis 2. November)

Galerie Lang. Wenn man sich an den ehemaligen Sammlung-Hahn-Trakt im Palais Liechtenstein erinnert, stand dieser für einen Querschnitt der postdadaistischen Positionen wie Nouveau Realisme und Fluxus. Zu deren eindringlichsten Beispielen zählten auch die obskuren Objekte eines Curt Stenvert. Man kann mit Recht behaupten, daß Stenvert unter den wenig echten nachdadaistischen österreichischen Positionen zu den unangenehmsten, aber dadurch entscheidenden Künstlern zählt. Mit Sarkasmus sperrt er ein Hochzeitstortenpaar in ein vergittertes Wetterhäuschen, baut eine Krippe mit Titel "Geboren werden müssen - oder: Wolken über Bethlehem". Stenverts Malerei dagegen ist weniger interessant, steht sie im Schatten des Phantastischen Realismus in der Hutter-Nachfolge. (I, Seilerstätte 16; bis 12. November)

Galerie Hofstätter. Das plastische Werk von Bruno Gironcoli der sechziger und frühen siebziger Jahre zeigt die Galerie Hofstätter. Darunter finden sich museale Installationen mit enormer Eindringlichkeit: Maschinen, Marterinstrumenten verwandt, Kokons, aus dem überdimensionale Wesen schlüpfen, Elemente, die an Geschlechtsorgane erinnern und die Gironcolis Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seiner Sexualität veranschaulichen. Würde man sie kunsthistorisch orten, wären sie monströse Gebilde zwischen Beuysschen Aktions-Installationen, dem großen Glas von Duchamp und einem skulpturalen Beitrag zum Wiener Aktionismus. (I, Bräunerstraße 7; bis 23. November)



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