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derStandard.at | Newsroom | Kultur | Bildende Kunst | Albertina Depot 
08. Juli 2009
21:31 MESZ

Zur Nachlese:

- Depot-Auslagerung kostet bis zu einer halben Million Euro

- Frage nach Verantwortung noch offen

 
"Wasserreservoir über dem Depot wäre eine echte Bedrohung"
Schröder verteidigt die Totalevakuierung

Wien - Bei der Suche nach der Ursache für den "sintflutartigen Wassereintritt" in das Zentraldepot der Albertina am 23. Juni ist man noch zu keinem Ergebnis gekommen. Die oberste Betonschicht müsse großflächiger abgenommen werden, so Burghauptmann Wolfgang Beer. An den drei mutmaßlichen Stellen sei keine Verletzung der Bitumenschicht festgestellt worden, die das Gebäude abdichtet.

In der Albertina stellt man sich die Frage, wie "so viel Wasser in so kurzer Zeit", eben 2100 Liter in nur zwei Stunden, eindringen konnte. Man befürchtet, dass sich zwischen zwei Schichten des Flachdachs im Laufe von Wochen oder gar Monaten ein See gebildet haben könnte. "Ein Wasserreservoir über dem Depot: Das wäre eine echte Bedrohung für die Albertina", so Direktor Klaus Albrecht Schröder. Die Auslagerung der 950.000 Kunstwerke, die in dieser Woche abgeschlossen sein wird, sei daher das Gebot der Stunde gewesen.

Der Burghauptmann ist sich hingegen nicht sicher, ob die Totalevakuierung notwendig gewesen wäre. "Aber das ist meine Privatmeinung. Die Verantwortung über die Sammlung trägt Schröder. Diese Frage werden die Versicherungen und Gerichte klären müssen."

Denn Schröder hatte im Gespräch mit dem Standard.at die Kosten für die Auslagerung der Sammlung mit "bis zu 500.000 Euro" beziffert. "Wir arbeiten im Schichtbetrieb. Da sind natürlich gewaltige Überstunden zusammengekommen, die man abgelten muss." Zudem sind "alle Anlagen zur Konservierung und Sicherung der Kunstwerke nachzurüsten". Wie hoch letztendlich die Gesamtkosten im Zusammenhang mit dem Wassereinbruch und der Verbringung der Kunstwerke in Ersatzdepots sein werden, "ist derzeit noch nicht sicher abschätzbar".

Schröder will sich jedenfalls bei der Burghauptmannschaft schadlos halten: "Sie war der Bauherr und sie ist unser Vermieter." Er führt das Gewährleistungsrecht wie auch das Mietrecht ins Treffen. "Ein Gebäude muss tauglich sein. Ein Kunstdepot als Feuchtbiotop: Das kann nicht sein!"

In der Albertina gibt es aber nicht zum ersten Mal gravierende Probleme mit Wasser im Neubau: Drei Jahre lang regnete es in den Studiensaal hinein. Nach langem Rechtsstreit musste das Unternehmen, das die Fenster montiert hatte, für den Schaden aufkommen. (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.7.2009)

 

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