Salzburger Nachrichten am 16. Oktober 2002 - Bereich: kultur
In bester Ordnung

Hellmut Bruch in der Halleiner Galerie Pro Arte

Hellmut Bruch stellt in seinen künstlerischen Arbeiten Überlegungen zum rechten Maß an. Die einfache Form spielt in der Auseinandersetzung mit elementaren Ordnungsprinzipien eine zentrale Rolle. Mit großer Behutsamkeit konzentriert sich der Künstler auf das Verhältnis von Material und Form. Mit Vorliebe verwendet er spiegelnden Edelstahl und Plexiglas, um seinen Vorstellungen Ausdruck zu verleihen. Die Objekte in der Halleiner Galerie Pro Arte weisen Hellmut Bruch als einen Künstler aus, der sich den Gestaltungsprinzipien der konkreten Kunst verpflichtet weiß. In den Arbeiten aus Plexiglas spielt das Licht eine wesentliche Rolle. An den Rändern und Einschnitten sammelt das Acrylglas die "leuchtenden" Strahlen.

Bruch setzt auf eine reduzierte Formensprache und stellt mit prä-zisen Eingriffen Reflexionen über Ordnungsverhältnisse an. Immer wieder bezieht er sich dabei auf Proportionen, die auf klassische mathematische Teilungsprinzipien wie etwa die Fibonacci-Zahlenfolge zurückgehen. Die formale Strenge erhält durch das Spiel mit Geometrie und Harmonie eine sichere Basis. Deshalb üben seine Arbeiten eine maßvolle Herausforderung auf den Betrachter aus. (Bis 30. Oktober)

WOLFGANG RICHTER