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26.02.2003 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von Johanna HOFLEITNER


Raum aktueller Kunst. In der Auslage eine Skyline aus grünem Neon, dazu ein Dialog. Y fragt J: "Ist es nicht schön da draußen?" Das Draußen ist eine graue Straße mit parkenden Autos, die irgendwo sein kann. J ist Jun, Y ist Yang. Und Jun ist Yang. Beide Egos sind zugleich Wiener und doch nicht. Solche aus doppelter Identität resultierende Ambivalenzen umkreist der gebürtige Chinese in seinen neuesten Objekten. Kleinstädtische Landschaft, gebaut aus Modellbahnzubehör und weißen Platten, ist ein Leitmotiv. Dazu Erinnerung an die Heimat und Erzählungen. Soweit, so romantisch. Eine Video- und eine Wandinstallation stellen klar, wie trügerisch Heimatidylle sein kann (I., Eschenbachg. 11, bis 15. März).

Galerie Georg Kargl. Unter dem Titel "Re-produktion 2" versammelt der Künstler Thomas Locher, der hier als Kurator fungiert, einige Dutzend Arbeiten von Künstlern, die den ökonomischen Begriff in unterschiedlicher Weise thematisieren. Richard Artschwager etwa hat früh schon Produktwelt und Alltagskultur thematisiert. Hier ist er mit einem Multiple in Form einer Transportkiste vertreten. Postmoderne wie Sherry Levine, Stephen Prina, Simon Linke enterten zwecks dekonstruktivistischer Aneignung die Kunstgeschichte. Cerith Wyn Evans spiegelt in distinguiert-poetischen Objekten Raum wie Betrachter. Ines Lombardi reproduziert in immer neuen Werken ihr eigenes Schaffen. Dazu eine Menge guter Multiples und Editionen von Marcel Broothaers, Gerwald Rockenschaub, Buckminster Fuller, Dan Graham und vielen mehr. Exquisit! (IV., Schleifmühlgasse 5; bis 29. März)
Galerie Hohenlohe & Kalb. Von der Geburt der Poesie aus der Aktionskunst erzählt Rudolf Polanszky in seiner aktuellen Präsentation. Gleich zur Einstimmung empfängt den Besucher ein Ensemble neuer Objekte aus der "Federnserie": Objekte aus Abfällen: Schaumgummi, Federn und Farbe. In Stufe zwei verhandelt ein tachistisch anmutendes Riesengemälde nebst Video, was Malerei mit einer Eisenfeder und diese wiederum mit einem Künstlerhintern zu tun haben kann, wenn die eine unter den andern geschnallt zum Katapulthocker und die Pinselschläge zur Niederschrift des Künstlertanzes werden. Krönendes Finale: Polanszkys Fortsetzung des "musikalischen Affen", eine Dokumentation über Mensch und Tier, Gedächtnis und Musik, Kreativität und Kunst. Existentiell! (I., Bäckerstraße 3; bis 7. März).



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