Salzburg - Die Porträts der österreichischen Fotografin Inge Morath werden erstmals in Österreich in einer Ausstellung gezeigt: Ab Freitag, 1. Juli, präsentiert der Kulturverein "Natur-Raum-Kultur" am Höribachhof in Mondsee rund 50 Porträts von weltbekannten Künstlern. Entstanden ist diese Ausstellung, die zuvor in Bologna und in Passau zu sehen war, in Zusammenarbeit mit der Salzburger Galerie Fotohof.
Fotografie als Serienereignis
"Die Porträts sind das Kernstück im Werk von Inge Morath", sagte Kurator und Fotograf Kurt Kaindl: "Moraths Ausnahmestellung in der österreichischen und der internationalen Porträt-Fotografie in schwarz/weiß ist nicht leicht anhand eines einzelnen Bildes erkennbar. Da gibt es sogar unscharfe Fotos, in denen auch die Bildausschnitte nicht immer stimmen. Aber Morath hat all das akzeptiert, wenn ein Bild einen Menschen wirklich gut charakterisiert hat. Und außerdem muss die Fotografie - und speziell Moraths Arbeit - als Serie und nicht als Einzelereignis gesehen werden".
Die 1923 in Graz geborene und 2002 gestorbene Inge Morath gilt als die Meisterin der unspektakulären Fotografie. Sie war nicht am Event interessiert, sondern am kulturellen Zusammenhang zwischen den Menschen, ihrer Umgebung und ihrer Zeit. Sie hat sich in ungewöhnlich intensiver Weise in ihre Motive vertieft und insgesamt sechs Sprachen nur deswegen gelernt, weil sie in den entsprechenden Ländern Fotoserien gemacht hat.
Morath hat sowohl unbekannte als auch bekannte Menschen porträtiert. Für die Mondseer Ausstellung hat sich Kaindl für die Porträts von Künstlern entschieden. H. C. Artmann, Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Igor Stravinsky, Marilyn Monroe, Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Böll, Henry Moore, Vladimir Horowitz, Pablo Neruda oder Jean Cocteau sind nur einige der Weltstars, die die Ehefrau von Arthur Miller (und als solche Nachfolgerin von Marylin Monroe) in intimen Momenten abgelichtet hat. Die jetzt am Höribachhof gezeigte Porträt-Sammlung ist im Besitz der Galerie Fotohof. (APA)