| Textarchiv OÖNachrichten | www.nachrichten.at/archiv |
|
vom 02.09.2006 - Seite 025
|
|
Bei
"maschine-mensch" entscheidet der Computer, ob die Versuchsperson
mittels elektrischer Muskelstimulation den roten Quader vom Förderband
schleudert. Bei den Fahrrädern für den "Moon Ride" und dem
"Sledgehammer Keyboard" gilt es hingegen selbst aktiv zu werden. Foto:
Weihbold
Strampeln oder zum Systemsklaven werden
Hämmern, radeln oder via elektrischer Muskelstimulation fremdsteuern lassen: All das können Passanten beim Festival Ars Electronica am Linzer Hauptplatz.
VON JULIA EVERS
"Simplicity - the art of complexity" lautet das Motto des diesjährigen Festivals Ars Electronica. Setzte die Eröffnung am Donnerstag abend noch auf DJ's, Visuals und Bootfahrten am Linzer Hafen, beschäftigen sich die Projekte im öffentlichen Raum konkret mit der "Mobile City", in der die Technik über alle herrscht.
Der Computer schreibt unerklärliche Fehlermeldungen, das Handy stürzt ab und am Videorekorder findet sich statt der Lieblingsserie ein Fußballspiel?
Die ganze Wut, die sich im Laufe des Lebens auf die "verflixte Technik" ansammelt mit voller Kraft raushämmern -Êdas vergnügt am "Sledgehammer Keyboard" sichtlich viele Besucher. Ein paar Meter weiter ein unheilvolles Zukunftsszenario: Bei "maschine-mensch" wird der Mensch zum Teil einer abstrahierten Fertigungsstraße - durch elektrische Muskelstimulation werden seine Gliedmaßen vom Computer ohne sein Zutun bewegt. Ein unheimliches Gefühl, sich in einen Roboter, in einen Sklaven des Systems, zu verwandeln ¼
Diejenigen, die mehr Initiative zeigen wollten, konnten bereits gestern Nachmittag für den "Moon Ride" strampeln: Fahrräder wurden am Hauptplatz in Generatoren eingespannt. Dann hieß es fleißig in die Pedale treten, um das Ziel zu erreichen: Durch Muskelkraft einen großen Akku aufzuladen, der einen Ballon gleichsam als künstlichen Mond aufsteigen lässt.
Info: Alle Projekte am Linzer Hauptplatz (außer "Moon Ride") sind bis 5. September weiter zugänglich. |
|
© |