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| AUSSTELLUNG: Witziges bei Paradigma |
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| Visuelle Verdauung |
Aus der Wand ragen ein Busen, eine
menschliche Kehrseite, ein Gesicht samt Sprechblase - alles
aufklappbar. In einem dunklen, kopfförmigen Schrein stehen
Füße in lila Patscherln. Eine riesige Spargelstange wird durch
ein überdimensioniertes Ei gekrönt, das nach dem Öffnen den
Blick auf eine sich entblätternde Dame freigibt. Oder zieht
sie sich gerade wieder an?
Zweideutigkeiten und ein
gewisser Interpretationsspielraum sind bei den Arbeiten von
Bernhard Tragut, die in der Galerie Paradigma zu sehen sind,
Programm. Er verarbeitet Augenblicke, die er nicht loswird,
verwandelt sie durch einen "visuellen Verdauungsprozess". Dass
seine Skulpturen aus traditionellen Materialien wie
Lindenholz, Kasein- und Ölfarbe entstehen, obwohl sie wie aus
Kunststoff gegossen wirken, verleiht besonderen
Reiz.
Auch Götz Bury macht mit seiner "Traumfabrik",
die seit 1999 auf Tour ist, in der Galerie Station. Der
45-jährige Hamburger lässt Ausstellungsbesucher in selbst
gefertigten Kulissen - vom Schloss bis zum Palmenstrand -
posieren.
"Manche Leute kommen unscheinbar herein und
verwandeln sich in Superstars", sagt Bury. Leider sind in Linz
nur zwei dieser witzigen Abbilder zu sehen. Kulissen und
Requisiten für weitere Selbstinszenierungen sind bereits für
eine Schau in Washington verpackt. (dh)
Info: Galerie
Paradigma, Landstraße79/81, Tel. 070 / 60 38 48; bis
29. September
vom 26.09.2006 |
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