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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
11.06.2004
15:08 MEZ
Kunsthaus Bregenz: Ausstellung "Truth before Power" vom 11.6. bis 5.9. 2004, Tel. 05574-48594-13
 
Jenny Holzer thematisiert Beziehungen zwischen USA und dem Nahen Osten
Ausstellung "Truth before Power" im Kunsthaus Bregenz

Bregenz - Neben den Andy Warhol-Ausstellungen in St. Gallen und Liechtenstein setzen auch die vom Kunsthaus Bregenz (KUB) organisierten großen Sommerausstellungen 2004 und 2005 Amerika-Schwerpunkte in der Bodensee-Region. Am Freitag wird im KUB unter dem Titel "Truth before Power" (Wahrheit vor Macht, 11.6. bis 5.9.) eine Ausstellung der renommierten amerikanischen "Text"-Künstlerin Jenny Holzer (54) eröffnet, mit der u.a. auch "Xenon-Projektionen" an verschiedenen Standorten in ganz Vorarlberg realisiert werden. Und im Sommer 2005 ist das KUB dem Pop-Art-Künstler Roy Liechtenstein (1923-1997) gewidmet.

Kunst auf Fakten

Thema der Jenny Holzer-Ausstellung sind die komplexen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Regierung der Vereinigten Staaten und dem Nahen Osten vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute, betonten KUB-Direktor Eckhard Schneider und die Künstlerin Freitagmittag vor Medienvertretern. Außerdem untersucht Holzer den von den USA geführten "Krieg" gegen den Terrorismus, die Folgen des 11. Septembers und die daraus entstandene Debatte über Spionage und Spionageabwehr sowie das Problem, in einer Demokratie ein gerechtes und praktizierbares Gleichgewicht zwischen Geheimhaltung und Transparenz zu finden.

Nahezu alle von Holzer verwendeten Texte stammen aus amerikanischen Regierungsdokumenten. Viele waren ursprünglich "geheime Verschlusssache" oder "vertrauliche Dokumente". Das Projekt "Truth before Power" bezieht sich auf eine Kernaussage aus einem Aufsatz (1968) von Sherman Kent, einem der Gründer der CIA, der dafür plädierte, dass unvoreingenommene intellektuelle Stringenz das oberste Gebot der Geheimdienstarbeit zu sein habe.

Xenon-Projektionen

Holzer hat ihre elektronischen Texte und Zeichenanordnungen auf den drei obersten Stockwerken des KUB installiert. Eine neuere Arbeit des amerikanischen Lyrikers Henri Cole, "To the Forty-third President", erscheint in blauer Leuchtschrift im ersten Stock und in den begleitenden Baum-Installationen, die Jenny Holzer für das KUB Foyer sowie für die zum zweiten Mal kooperierende Johanniterkirche in Feldkirch geschaffen hat.

An acht Abenden (11. bis 18.6.) werden im Freien jeweils dreistündige, technisch von Zumtobel Staff ermöglichte Xenon-Projektionen in Bregenz, Feldkirch (Schattenburg) und an fünf weiteren Orten in Vorarlberg zu sehen sein. Seit 1996 projiziert Jenny Holzer ihre Laufschriften in einem monumentalen Maßstab auf Gebäude und Landschaften. Dafür verwendet sie Hochleistungsprojektoren mit Xenon-Lampen zum Abspielen von 185-mm-Filmen. Und entlang der Bregenzer Seestraße gestaltet Jenny Holzer sieben überdimensionale KUB-"Billboards". (APA)


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