Salzburger Nachrichten am 21. April 2005 - Bereich: kultur
Jahrmarkt für moderne Kunst

Kunst aus Zentral- und Osteuropa ist die besondere Attraktion, die in Wien eine neue Messe für moderne Kunst ermöglicht. Die erste "ViennAfair" ist eröffnet.

Wien (SN-hkk). Der Markt für zeitgenössische Kunst in Österreich bekommt einen kräftigen Impuls. Auf der ersten Messe "ViennAfair", die am Mittwochabend im Wiener Messegelände eröffnet worden ist, präsentieren 92 Galerien aus 19 Ländern bis Sonntag neue Angebote. Ziel ist, einen Marktplatz zu etablieren, der mit ähnlichen Kunstmessen in Madrid, Basel und Brüssel mithält. Dem Veranstalter, der Reed Messe Wien, zufolge, ist dies das "ambitionierteste Messeprojekt, das die österreichische Kunstszene bisher gesehen hat".

Ein neues Konzept soll die Messe für Aussteller, Sammler und Kunstliebhaber attraktiv machen: Die zahlreichen österreichischen Aussteller bekommen nicht nur Konkurrenz aus anderen europäischen Ländern wie Deutschland und der Schweiz, sondern vor allem aus Zentral- und Osteuropa. Um diese Orientierung hin zu den neuen und den zwei künftigen EU-Mitgliedern zu erleichtern, um auch Museen von dort zu Präsentationen in Wien einzuladen und um eine Sonderausstellung mit Kunst aus diesen Ländern zu ermöglichen, subventioniert dies Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) mit 65.000 Euro.

Ziel der Reed Messe Wien sei es, ein Bindeglied zwischen Ost und West zu schaffen, erläuterte deren Direktor Mathias Limbeck am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Dazu passe die "ViennAfair" mit dem Motto "CEE" (Central and Eastern Europe). Zudem sei dies "eine der spannendsten New-business-Messen", die er in den letzten Jahren betreut habe, sagte Limbeck. Daher hat die erste "ViennAfair" die Reed Messe Wien zu Investitionen angespornt: Je 300.000 Euro wurden für neue Messestände und Marketing ausgegeben. Die Messe für moderne Kunst soll alle Jahre, wenigstens 2006 und 2007 stattfinden. Denn erfahrungsgemäß sei erst nach drei Editionen festzustellen, ob ein Konzept Erfolg habe, sagte Limbeck.

Werke von rund 1500 Künstlern werden bei der "ViennAfair" ausgestellt. Die billigsten Angebote sind Farbfotos und Farbdrucke ab 100 Euro, breit wird das Angebot allerdings erst für jene, die ein Budget von 10.000 Euro und darüber haben. "Sie finden hier auch teure Kunstwerke und Museumsstücke", kündigte die Galeristin Rosemarie Schwarzwälder von der Wiener Galerie nächst St. Stephan an.

Das neue Umfeld, die neue Einrichtung und der neue Ort (im neuen Gebäude der Wiener Messe) hat mehrere Aussteller - wie zum Beispiel die Galerie Altnöder aus Salzburg - dazu bewogen, von der Kunstmesse im MAK zur "ViennAfair" gleichsam zu übersiedeln. Aus Salzburg sind außerdem vertreten die Galerien Academia, Ropac, Weihergut und Welz.

Um neues Publikum anzulocken, fällt die Eröffnung der "ViennAfair" mit der "Vienna Art Week" zusammen, in der auf Einladung des Bundes, der Stadt Wien und vieler großer Kunstinstitutionen Sammler, Kuratoren, Journalisten und andere Experten dieser Tage nach Wien eingeladen sind, um den so genannten "Art Cluster" kennen zu lernen.Informationen: www.viennAfair.at, 21. bis 24. April in Halle A der Wiener Messe, Eintritt: 12 Euro