Vor 25 Jahren habe er ein „verschlafenes Museum“ vorgefunden und das Museum für angewandte Kunst in ein lebendiges Haus verwandelt: So fasste Peter Noever zur Jahrespressekonferenz (Motto: „Kunst ohne Kompromisse“) seine Zeit als Direktor zusammen. Tatsächlich fanden hier Ausstellungen statt, die in ihrer Radikalität Kunstgeschichte geschrieben haben. Aber das ist schon länger her. Heuer gibt es einige kleine Präsentationen aus der Sammlung, Erwin Wurm zeigt neue Möbel, Walter Pichler zeigt Skulpturen und Zeichnungen.
Aber die großen Ausstellungshallen an der Weiskirchnerstraße stehen heuer hauptsächlich leer. Sieben Monate vergehen, bis nach der Ausstellung von Eva Schlegel – die in Gerüchten als Noever-Nachfolgerin genannt wird – Ende des Jahres der aus den 1980er-Jahren bekannte Modedesigner Helmut Lang als Künstler auftritt. In der oberen Halle wird drei Monate die letztes Jahr in Deutschland gezeigte Wanderausstellung „Rudolf Steiner – Die Alchimie des Alltags“ gezeigt. Auf den dazugehörigen Teil mit zeitgenössischer Kunst verzichtet das MAK offenbar.
Geld für Feste überwiesen
Was mit den leeren Räumen geschehe, wollte Noever nicht erklären – überhaupt gab er sich zugeknöpft: Nur vier Fragen waren bei der Pressekonferenz zugelassen, dann wurde abgewunken.
Die kritisierten Feiern im MAK – u.a. viermal zum Geburtstag seiner Mutter – verteidigte Noever als „wichtige Kontaktplattform“ zu Künstlern und Sponsoren; „aus heutiger Sicht mögen sie keine gute Idee gewesen sein“, räumte er ein. Er habe inzwischen 10.870 Euro für zehn Feste überwiesen. Laut Kulturministerium betragen die Kosten aber 21.740 Euro, man erwarte eine Klarstellung über „etwaige Abschläge“.
Die Erträge aus Vermietungen sind 2010 um 83% gestiegen. Doch es kamen nur 190.000 Besucher ins MAK. Zum Vergleich: Ins Belvedere kamen 815.000. SBV
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