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Galerie Gabriel. Die mittlerweile auf Druckgraphik
spezialisierte Galerie ist nicht nur erste Adresse für exklusive Blätter
von Arnulf Rainer, sondern gilt auch als guter Tip für internationale
Namen dieses Mediums. Gabriel setzt mit seiner neuen Schau vor allem auf
einen feinen Cocktail von Minimal Art, Fluxus, Arte Povera. Darunter ein
monumentaler Holzschnitt von Sean Scully, der sich im Unterschied zu den
delikaten, oft als Ableger zu den Ölgemälden fungierenden Radierungen als
eindrucksvolles Werk behauptet. Robert Mangold ist mit einem monochromen
Holzschnitt mit lyrisch graphischer Achterschlaufe vertreten. Von Jannis
Kounellis wird eine mit Draht umwickelte Lithographie angeboten. Donald
Judd zeigt einen durchwegs als Entwurf geltenden Siebdruck seiner
bekannten minimalistisch seriell angelegten Wandobjekte. Von Lucio Fontana
wird eine perforierte Arbeit aus Kunststoff-Folien gezeigt. Eine schöne
Bandbreite im multiplen Bereich. (I., Seilerstätte 19; bis 26. April)
Galerie Feichtner & Mizrahi. Udo Nögers Malerei ist
seit den letzten Jahren vom Licht bestimmt, das der Künstler in seinen
dreidimensionalen Gemälde, gleich einem Behälter, auffängt und über die
fein malerisch behandelte Haut der Leinwand wieder abgibt. Hatte der aus
Deutschland stammende, vorwiegend in Miami lebende Maler früher
zeichnerisch konturierende Elemente in seinen Gemälden, so bearbeitet
Nöger nun die Leinwand in Nuancen der Nichtfarbe Weiß. Eine sensitive
Position der monochromen Malerei. (I., Seilerstätte 19; bis 18. März)
Galerie Steinek. Das Künstlerduo Julius Deutschbauer und
Gerhard Spring ist primär für politisch kontextuelle Stellungnahmen auf
sprachlicher oder performativer Ebene bekannt. Nun haben sie zum Pinsel
gegriffen und stellen ihre realistische Malerei vor. Damit fügen sie sich
ganz gut in den heute trendigen Malerjargon des gefeierten Realismus ein,
der im Kultigen, Ironischen und konzeptionell Narrativen liegt. Die
Malerei an sich und direkte integrale Fragen an das Medium sind nicht im
Fokus. Genau das Gegenteil ist der Fall: Eine Pervertierung findet statt,
die das Künstlerduo auch intendiert hat: Brave Kopien der Plakate ihrer
Aktionen und Vorträge. Daß sie keine Vollblutmaler sind, demonstrieren
sie, das ist gut so. Zu viele Maler beanspruchen handwerkliche Qualität,
Konzept, Ironie, Zeitgeist zugleich. (I., Himmelpfortgasse 22; bis
7. März)
© Die Presse | Wien
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