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Salzburger Nachrichten am 21. Juni 2006 - Bereich: Kultur
Der Park wird Garten Auch wenn es offiziell erst im Herbst beginnt, ist offenbar das Grundsätzliche schon akkordiert: US-Mäzen Donald Kahn lässt den Furtwänglerpark gestalten. Karl HarbSalzburg (SN). Heinz Schaden, der SPÖ-Bürgermeister der Stadt Salzburg, ist hörbar erfreut, "obwohl Sie mich jetzt zu früh erwischt haben". Dennoch bestätigte er Montag am späten Nachmittag den SN, was Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler vor Donatoren und Sponsoren des neuen Kleinen Festspielhauses am Samstag hatte anklingen lassen: Der US-Mäzen und geldkräftige Freund der Salzburger Festspiele, Donald Kahn, wird sich für die Gestaltung des Furtwänglerparks als "schönstem Pausenraum der Festspiele" engagieren. Schaden und Rabl-Stadler werden noch deutlicher: Donald Kahn möchte "die Erstellung des Gartens zur Gänze zahlen". Es sei Kahns Anliegen, den Furtwänglerpark "als Park im historischen Sinn" wiedererstehen zu lassen, sagte Rabl-Stadler. Historische Stiche zeigen den Park als botanischen Garten.
Es war einmal: Der Park als botanischer Garten Es seien bereits "zwei Damen aus England" in Salzburg gewesen, renommierte Landschaftsarchitektinnen, die sich mit dem Projekt beschäftigen könnten. Auch das bestätigt der Bürgermeister, der insgesamt von einer "gediegenen" Idee und einer "salomonischen Lösung" spricht. Die auf einem Wettbewerb basierende Gestaltung von Aula der Universität, Furtwänglerpark und Max-Reinhardt-Platz mit einem neuen "Hochbau" sei so ohnedies nicht mehr realisierbar, sagte Schaden. Es hätten sich für den Bau weder Käufer noch Nutzer gefunden. Außerdem: Donald Kahn wünsche, wie Helga Rabl-Stadler versichert, dezidiert "keinen Hochbau". Zur Erinnerung: Das Siegerprojekt des Wettbewerbs vom Salzburger Architektenduo "one room" (Meinhart/Huber) sah ein modulartig zu verwirklichendes Projekt vor. Der neue Eingang zur Großen Aula ist mittlerweile fertig (und leider nicht der im Modell vorgestellte "Wurf"). Soeben in Arbeit befinden sich Asphaltierung und Gliederung der Hofstallgasse. Noch vor den Salzburger Festspielen 2006 würden dort Lichtbänder und Metallschienen aufgebracht und der Asphalt aus honiggelbem Splitmastix, sagt Architekt Meinhart. Für 2007 sind die Planungen der Asphaltierungen des Max-Reinhardt-Platzes bis zum Bereich Rupertinum/Franziskanergasse abgeschlossen. Die Realisierung hängt nun an den vom Gemeinderat zu beschließenden Auftragsvergaben. Als zentrales Objekt für das Areal planten die Architekten von "one room" an Stelle des Festspielpavillons ("Sparkassenstöckl") den neuen "Hochbau", der von Anfang an auf Schwierigkeiten stieß. Gleichwohl wollte nach langem Hin und Her eine Sponsorin, Gertrude Ruckser-Giebisch, den Baukörper finanzieren und gastronomisch nutzen. Auch die Festspiele hätten dort Räume bekommen. Zuvor hatte die Salzburger Sparkasse ihr "Stöckl" kurzerhand den Festspielen geschenkt. Damit waren diese auch Grundeigentümer auf dem Platz, der mit dem angrenzenden Furtwänglerpark in Verbindung steht. Weitere Besitzer sind die Bundesimmobilienverwaltung (BIG) und die Stadt Salzburg. Anrainer ist die Universität. Bürgermeister Schaden hat seit Mai die Aufgabe der Koordination übernommen und ortet bei allen Beteiligten eine "sehr hohe Zustimmung" zur Idee Kahns. Auch "Kritiker" des "Sparkassenstöckls" würden zufrieden gestellt, denn dieses soll nun doch abgerissen werden. Für die Asphaltierung des Reinhardt-Platzes gelte für ihn weiterhin der Wettbewerbsentscheid. Kein neuer Hochbau, kein "Sparkassenstöckl" mehr Rabl-Stadler bestätigt den SN, dass Donald Kahn eine "Ablösesumme" zu geben bereit sei, damit sich die Festspiele Ersatzräume beschaffen können. Sie selbst werde sich erst ab Herbst darum kümmern können, denn nun hätten der Neubau des Kleinen Festspielhauses und die Salzburger Festspiele 2006 Vorrang. Rabl-Stadler beteuert, "keinen Lorbeer" haben zu wollen. Dieser gebühre engagierten Bürgern wie Hansi von Mierka und Prälat Johannes Neuhardt, die mit Donald Kahn beim Bürgermeister vorstellig geworden seien, um für die neue Gartenidee zu werben. Dem Bürgermeister obliegt es auch, über das Schicksal des derzeit im Furtwänglerpark situierten "Kiefer-Pavillons" zu entscheiden. Außerdem würden "sicherlich" die Gremien der Stadt wie Baubehörde und Planung befragt werden, versichert Schaden. Es gehe ja auch "um neue Grenzziehungen, wo der Park beginne und der Platz aufhöre". Er persönlich könne sich sogar sehr gut vorstellen, wenn der Park künftig direkt bis an die Hofstallgasse heranreiche, sagte Schaden. Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste), der in seinem Ressort den Wettbewerb ausgelobt hat und städteplanerisch zuständig ist, gibt sich erstaunt: Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) habe noch im Vorjahr eine 3D-Animation angeregt, um die Dimensionen des Hochbaus ablesen zu können. Die Landeshauptfrau sagte am Dienstagabend, wenn ein Privater zum Mehrwert für Salzburg beitrage und dies für Salzburg eine Bereicherung sei, empfinde sie das als "großes Plus".
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