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derStandard.at | Newsroom | Kultur | Bildende Kunst 
24. September 2009
14:53 MESZ

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MUMOK

Thomas Demand - Presidency Embassy, Eröffnung: Freitag, 25.9., 19.00 Uhr, Dauer der Ausstellung: 26.9. - 29.11.2009

 

Ein Fake des Oval Office des deutschen Skulptur- und Fotokünstlers Thomas Deman. 


Geschichtliche Staffagen
Arbeiten des deutschen Skulptur- und Fotokünstlers Thomas Demand sind ab Freitag in der MUMOK Factory zu sehen

Wien - Ein glänzender Holztisch aus Papierfolie, ein würdevoller Teppich aus bunten Konfetti und ein gewichtiges Schreibset aus Wellpappe: Es ist ein Fake, dieses Oval Office, das der deutsche Skulptur- und Fotokünstler Thomas Demand in der MUMOK Factory aufgehängt hat. Auf den ersten Blick täuschend echt, baut Demand Tatorte der Geschichte aus Kartonage lebensgroß nach und fotografiert sie minuziös ab.

Als "klärenden bildhauerischen Prozess", durch den "der Banalität der Orte ein Denkmal gesetzt wird", bewundert MUMOK-Direktor und Kurator Edelbert Köb seine jüngsten Erwerbungen. Von Samstag bis zum 29. November sind Demands Fotoserien "Presidency" und "Embassy" zu sehen.

Kaffeetassen und Aschenbecher

Die Räume, die Demand sich zum nicht ganz detailgenauen Nachbau vorgenommen hat, haben stets politische oder zumindest medienpolitische Brisanz: Die Sicherheitsschleuse, durch die Mohammed Atta am 11. September in den Flughafen-Warteraum gelangte, das Zimmer, in dem 1944 das Hitler-Attentat verübt wurde, hier neben dem Oval Office auch die Botschaft von Niger in Rom. Im Jänner 2001 wurden aus dem unscheinbaren Hochhaus nahe des Vatikans Briefpapier und offizielle Stempel gestohlen, von denen heute vielfach angenommen wird, dass sie zur Fälschung jener Dokumente dienten, die zum Beweis für Nuklearwaffen im Besitz Saddam Husseins und damit zur Legitimation für den Irakkrieg herangezogen wurden.

Von alldem ist hier freilich nichts zu sehen: Eine volle Kaffeetasse inmitten eines vollgeräumten Schreibtisches, ein Aschenbecher - mit sichtbaren Schnittstellen im Pappkarton - am Botschaftstresen. Das bleibt an Räumlichem vom Lauf der Geschichte und uns ein kollektives Bildergedächtnis. Ob die Motive echt sind oder nicht, haben wir ohnehin schon lange nicht mehr herauszufinden versucht, unterstellt Demand. (APA)

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