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Daniel Richter: Maler der "verfallenden Jugend"

22.10.2009 | 14:29 |  (DiePresse.com)

Daniel Richter gehört zu den erfolgreichsten jüngeren Malern Deutschlands. Die Ausstellung im Essl Museum zeigt seine eigenwilligen Werke.

Daniel Richter ist als einer der erfolgreichsten jüngeren Künstler Deutschlands eine Art Superstar der Malerei. Das Essl Museum in Klosterneuburg zeigt ab Donnerstag abstrakte Bilder und figürliche Werke Richters aus den Neunziger Jahren bis heute. Der 46-Jährige sieht die Ausstellung - noch - nicht als Retrospektive: "Es geht um narrative Strategien", sagt Richter, der unter anderem in Wien lebt und an der Akademie der bildenden Künste unterrichtet. Zu sehen ist die Ausstellung bis 10. Jänner 2010.

"Welche Methode muss ich anwenden, die mich und den Betrachter herausfordert, überhaupt hinzusehen, ohne dass man gleich denkt, ja, da malt halt wieder einer" - diese Frage scheint Daniel Richter für sich beantwortet zu haben. Als Künstlerpersönlichkeit, die "umrührt", und als Vertreter der mittleren Generation, ja noch der aufstrebenden Jugend hatte Sammler Karlheinz Essl den Künstler vorgestellt. "Der verfallenden Jugend", korrigierte Richter umgehend.

Gruselkabinett aus dem "Zonenrandgebiet"

Es sind eigenwillige, erzählerische, bisweilen an Geisterbahnen und Gruselkabinette erinnernde Bildwelten voll mit kunsthistorischen, massenmedialen und popkulturellen Versatzstücken. Selbst wenn ihn seine Aufenthaltsorte heute nicht beeinflussen, wie er meint, so scheint doch seine Herkunft aus einem ehemaligen deutschen "Zonenrandgebiet" (Ost-Holstein) sein Schaffen zu prägen. Davon legen besonders die tristen Bilder von Grenzstationen Zeugnis ab. Richter: "Ich weiß nicht, ob Sie sich noch an den Westen erinnern können?"

Mit anderen Künstlern sei er befreundet, etwa mit Neo Rauch ("Wir machen dann immer den abgeschmackten Witz von der linken und der rechten Hand des Teufels"). Ziel der Malerei sei es, das Beobachtete in etwas zu transformieren, was wieder schön sei - wobei Schönheit nichts mit Harmonie zu tun haben müsse, so Richter. Über seinen Werdegang berichtete er lapidar: "Ich hatte kein Abitur, auch keine vermögenden Eltern. Das trieb mich zwangsläufig in die Arme der Kunst."

Was ihm denn an Wien so gefalle, wo er sich nach eigener Aussage so wohl fühle? Richter: "Das werde ich Ihnen nicht sagen, sonst fühlen Sie sich zu geschmeichelt."

 


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