| Salzburger Nachrichten am 05. Juli 2003 - Bereich: kultur
GALERIENBLICK
GALERIENBLICK
Kurt Kocherscheidt war überzeugter Maler zu einem Zeitpunkt, als es üblich geworden war, die Malerei für tot zu erklären. Das Wiener Museum für angewandte Kunst widmet Kocherscheidt (1943-1992) die bisher umfangreichste Werkretrospektive. "Das fortlaufende Bild" nennt sich die Schau und charakterisiert damit treffend die Chronologie des Werkprozesses. In einem inneren Kreis finden sich die Gemälde, rund 50 Zeichnungen ergänzen die Schau an der Außenwand der sehr minimalistischen Inszenierung. Sie begleiten das malerische Werk, kommentieren es, bereiten es vor, skizzieren Reisen. Der gebürtige Klagenfurter hatte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und an der Zagreber Akademie studiert. 1966 war er Mitbegründer der von Otto Breicha initiierten Künstergruppe "Wirklichkeiten", die mit ihrer vitalen, frechen Malerei einen Gegenpol zu den Abstrakten des Kreises um Otto Mauer setzen wollte. Kocherscheidt sah sich dabei als phantastischwitziger "Fachmann der Tropen". Wandlung und Kontinuität sind die beiden Begriffe, die Kocherscheidts Arbeitsweg kennzeichnen. Höhepunkt ist das Spätwerk. Kreise, Krüge, Kopf- und Tropfenformen werden zunehmend abstrahiert, sie werden erdenschwer, die Bilder strahlen eine strenge Absolutheit aus. (Bis 5. Oktober) gf
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