| Salzburger Nachrichten am 11. März 2005 - Bereich: kultur
Sport, Fliegen, Essen und jetzt Kunst Red Bull steigt in
Kunstsponsoring ein - Ausstellungen im Hangar 7 - Partnerschaft mit "basis
wien" HEDWIG KAINBERGER
Hedwig Kainberger salzburg (SN). Red Bull baut Kunstförderung und
-sponsoring ins Firmenkonzept ein. Spektakulärer Auftakt war am
Donnerstagabend in Salzburg, wo in einem opulenten Fest im Hangar-7 die
Ausstellung "Edition 1" mit Werken von sieben zeitgenössischen Künstlern
eröffnet wurde. Details des neuen Engagements wurden zuvor in einer
Pressekonferenz vorgestellt. Chefsache ist das allerdings nicht, denn Firmenchef Dietrich Mateschitz
ist im Ausland. Und im Vergleich zum Sportsponsoring (Formel 1,
Extremsport und Eishockey) ist das Engagement für die Kunst winzig,
wenngleich hochprofessionell. Auch firmiert es nicht unter der Marke "Red
Bull", sondern fügt sich mit dem Namen "HangART" in das Konzept für den
Hangar-7 in Salzburg. Dieser architektonisch spektakuläre, im Sommer 2003 eröffnete Bau am
Rande des Flugfeldes ist eine Nobelgarage für Flugzeuge (passend zum
Red-Bull-Slogan "verleiht Flügel"). Zudem ist es ein elitäres Restaurant
mit renommierten Köchen. Dieses Gebäude, das pro Monat 9000 bis 10.000
Menschen besuchen, wird nun mit Kunst bestückt. Nach einer Ausstellung von
Werken des belgischen Künstlers Panamarenko im Sommer 2004 ist ein
dauerhaftes Engagement vorbereitet. Regelmäßige Ausstellungen im Hangar-7 sind nur ein Teil davon. Außerdem
sind Stipendien für Künstler, Austauschprojekte (derzeit geplant mit
Spanien und China) sowie Kooperationen mit Kunstakademien und Lehrgängen
für Kulturmanagement vorgesehen. In der ersten Ausstellung im Hangar-7 werden Bilder junger, allerdings
arrivierter Künstler vorgestellt: Edgar Honetschläger, der 1997 an der
Documenta X in Kassel teilgenommen hat, Maja Vukoje, Anna Meyer und Katrin
Plavcak, die Trägerinnen des Georg-Eisler-Preises sind, Beatrice Dreux,
Martin Schnur sowie Wolfgang Wirth. Partner für "HangART" ist die "basis wien", die eine Kunstdatenbank
aufbaut, über Kunstprojekte informiert und Kontakte zu Künstlern
herstellt. Seit etwa zwei Jahren ringt sie ums Überleben, da es an
öffentlichem Geld mangelt. Die "basis wien" brauche pro Jahr etwa 200.000
Euro, erläuterte Lioba Reddeker, Geschäftsführerin der "basis wien" und
Kuratorin der "Hang-ART"-Ausstellung. Für 2005 gebe es bisher nur eine
Zusage der Stadt Wien von 30.000 Euro, das Bundeskanzleramt habe eine
Subvention abgelehnt, von Wissenschaftsministerium und Bundesländern
stünden die Entscheidungen aus. Mit dem Hangar-7 ist der erste Partner aus der Privatwirtschaft
gewonnen. Ja, dies könne man als Existenzsicherung für die "basis wien"
bezeichnen, bestätigte Reddeker. Auch mit anderen Unternehmen werde über
ähnliche Partnerschaften verhandelt.HangART, Junge Kunst im Hangar-7 in
Salzburg, bis 29. April. Info: www.hangar-7.com und www.basis-wien.at.
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