Wien - Das Gemälde "Die Malkunst" von Jan Vermeer darf nicht aus dem Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien ins Metropolitan Art Museum in Tokio reisen. Diese Entscheidung gab Kulturministerin Claudia Schmied am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Als Begründung wurde angegeben, dass "das gesetzliche Erfordernis der unversehrten Rückkehr ins Inland nicht als gesichert angenommen werden konnte".
Zuvor hatten sich bereits das Bundesdenkmalamt und KHM-eigene Restauratoren aufgrund der Fragilität des Gemäldes gegen einen Transport ausgesprochen. Gegen die Entscheidung des Bundesdenkmalamtes vom 13. Mai hatte das KHM berufen.
Das Gemälde war zwischen 2003 und 2005 nach Madrid, Den Haag und auch Japan verliehen worden. Diese "überaus intensive Reisetätigkeit dieses Kunstwerkes" und die "daraus resultierende stark erhöhte Möglichkeit dauerhafter Schäden" wurden nun vom Kulturministerium in die Begründung miteinbezogen. "Insbesondere stellen Klimaschwankungen nach übereinstimmenden Fachmeinungen aus konservatorischer Sicht eine Gefährdung dieses Gemäldes, das von höchster Bedeutung für den österreichischen Kunstgutbestandes ist, dar", hieß es in der Aussendung.
"Bis heute kann keiner der Restauratoren zeigen, dass das Bild auf bisherigen Reisen Schaden genommen hat", hatte KHM-Generaldirektor Wilfried Seipel im Vorfeld im APA-Gespräch gesagt. Das geforderte Genehmigungsprozedere für derartige Leihgaben sei "unsinnig", weil nicht praktikabel. Seipel hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung beklagt, dass das KHM durch einen negativen Bescheid einen "Verlust von mindestens 400.000 Euro haben" werde. (APA)