derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst

06.08.2003 19:49

Robert Fleck wird Direktor der Hamburger Deichtorhallen
Der Österreicher wird das Amt Anfang 2004 antreten

Hamburg - Der Österreicher Robert Fleck wird neuer Direktor der Hamburger Deichtorhallen. Der 46-jährige Nachfolger von Zdenek Felix soll sein Amt Anfang nächsten Jahres antreten, teilte die Kulturbehörde am Mittwoch nach der Aufsichtsratssitzung der Ausstellungsstätte mit. Fleck war unter anderem Bundeskurator der österreichischen Regierung. Im französischen Nantes leitet er die Kunsthochschule. Felix scheidet Ende August nach zwölf Jahren und mehr als 90 Ausstellungen aus seinem Amt aus.

Fleck werde künstlerischer Geschäftsführer der beiden Deichtorhallen und trage als Direktor der Institution die Gesamtverantwortung, sagte der Sprecher der Kulturbehörde. Der 77-jährige Fotograf und Sammler F.C. Gundlach soll als so genannter Gründungsdirektor die künstlerische Richtlinienkompetenz für die südliche Deichtorhalle erhalten. Diese wird nach einem Umbau Ende 2004 als "Haus der Fotografie" eröffnet und beherbergt die umfassende Fotokunst-Kollektion Gundlachs. In der nördlichen Deichtorhalle hat Fleck weiterhin die Möglichkeit, bildende Kunst zu präsentieren.

Fleck gilt als ausgesprochener Kenner der zeitgenössischen Kunst. Der Publizist war auch als Korrespondent für die Kunstzeitschrift "Art" tätig. In Wien leitete er 1998 unter anderem die Ausstellung "100 Jahre Wiener Sezession". Im Februar 2000 rief er Künstler nach der Installierung der ÖVP-FPÖ-Koalition dazu auf, nicht mehr in Österreich auszustellen. Seine geplante Kuratorenstelle für die Kunsthalle Wien sagte Fleck damals ab.

Die beiden Deichtorhallen mit rund 6000 Quadratmetern sind eine der größten Ausstellungsstätten für wechselnde Schauen zeitgenössischer Kunst Deutschlands. Mit der Umstrukturierung der Deichtorhallen zu einem Zentrum für das Medium Fotografie geht der zeitgenössischen bildenden Kunst unter Umständen ein wichtiges Forum verloren, befürchten Kritiker.

Die Deichtorhallen bleiben weiterhin eine staatliche GmbH, die Subventionen sollen in der bestehenden Höhe von rund 1,3 Millionen Euro weiterlaufen, rund vier Millionen Euro investiert die Stadt für Sanierungsarbeiten. 1989 weihte der Unternehmer und Mäzen Kurt A. Körber die von ihm für rund 25 Millionen Mark restaurierten, unter Denkmalschutz stehenden Markthallen als Zentrum für Gegenwartskunst ein. Mehr als 90 Ausstellungen waren bislang dort zu sehen. (APA/dpa)


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