| Chillida - der Raum, die Masse und die Leere | |
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Von Holz bis Stahl und Alabaster reichte der Bogen der verwendeten Materialien. |
Zur Bildhauerei fand der 1924 in San
Sebastian geborene Chillida über den Umweg des Zeichnens. Zwischen 1943
und 1947 studierte er an der Madrider Akademie der Schönen Künste. Zum
Ärger seines Vaters gab Chillida sein Architekturstudium auf und ging 1948
nach Paris. Die Materialien
In seiner mehr als 50-jährigen Laufbahn hat Chillida die Bildhauerei
mit seinem Verständnis von Raum und Form revolutioniert. Er
experimentierte mit allen möglichen Materialien: Holz, Ton, Stahl, Granit,
Beton, Alabaster, Terrakotta. Seine große Liebe galt aber dem Eisen:"Es ist hart, aber gefügig, und
damit es so wird, muss es heiß sein.", sagte Chillida. Auch arbeitete er
mit der Erde, einem Material, das "bereitwillig annimmt, was man daraus
macht". Lieblingsmaterial Eisen Zum Eisen kam Chillida quasi per Zufall, als er 1950 nach Spanien
zurückkehrte und sich in Hernani niederließ. Die Entdeckung in einer
Schmiede kam gerade zur rechten Zeit, denn der Künstler steckte in einer
tiefen Schaffenskrise. Jeden Tag ließ sich Chillida in aller Frühe vom
Meister am Amboss ausbilden. Von der Leichtigkeit der Schwere Obwohl Chillidas Arbeiten bis zu 100 Tonnen schwer sind, verleihen
Bögen und Windungen ihnen eine unnachahmliche Leichtigkeit. Sein
berühmtestes Werk ist der "Kamm der Winde", der 1977 in der Bucht von San
Sebastian entstand. Die Skulptur besteht aus drei ineinander greifenden,
halb offenen Ringen, die aus den Felsen am Meer herausragen. Die See, die Chillida von seinem Haus sehen konnte, war auch eine
seiner größten Inspirationsquellen, wie auch die Musik Bachs, die Poesie
Goethes und die Philosophie Heideggers. Raumfragen Der "Kamm der Winde" ist das Sinnbild für Chillidas ewigen Kampf mit
dem Raum und der Leere. "Ohne die Leere kann man nichts machen. Es ist der
große Brunnen, aus dem alles geschöpft wird", lautet einer seiner
Aussprüche. Einen "Architekten der Leere" nannte sich der Bildhauer selbst. Dem
Konflikt in seiner Heimat und dem Terror baskischer Separatisten konnte er
sich nicht entziehen. "Das hat mein Werk beeinflusst", räumte er ein. An
Demonstrationen gegen die ETA nahm der Humanist Chillida aber nur
gelegentlich teil. Chillidas Erfolge Seit seinen ersten Einzel-Ausstellungen Ende der 50er Jahre und dem
Großen Internationalen Preis für Skulptur der 29. Biennale in Venedig
(1958) sind Chillidas Werke in aller Welt zu Hause. Für Frankfurt am Main
schuf er 1986 das "Haus für Goethe" und 1994 den "Gruß an Heidegger", im
Rathaushof zu Münster ist die Skulptur "Toleranz und Dialog" (1993) zu
sehen. Auch in Deutschland wurde der Baske mehrfach ausgezeichnet, so mit
dem Kaiserring der Stadt Goslar (1985). Im September 2000 erfüllte er sich einen Lebenstraum und eröffnete in
Hernani in einem alten Bauernhaus sein eigenes Chillida-Museum. Eines seiner größten Projekte blieb
jedoch unerfüllt: Die Aushöhlung des Tindaya-Bergs auf der Kanaren-Insel
Fuerteventura, den er in ein Kunstwerk verwandeln wollte, stieß auf
erbitterten Widerstand der Umweltschützer und wurde immer wieder
hinausgezögert. | ||||