Salzburger Nachrichten am 20. April 2005 - Bereich: kultur
Direktor für Salzburg

Zwei Kandidaten für Museum der Moderne

Salzburg (SN-hkk). Der neue Direktor des Museums der Moderne in Salzburg ist fast gefunden. Die Jury unter Vorsitz des Wiener Museumsberaters Dieter Bogner einigte sich am Dienstag - also bereits in ihrem zweiten Treffen - auf zwei Kandidaten. Die Entscheidung, wer von diesen beiden ab 1. Jänner 2006 Agnes Husslein nachfolgt, wird voraussichtlich am 1. Juni fallen, wenn Aufsichtsrat und Generalversammlung des Museums der Moderne das nächste Mal tagen.

"Mein Ziel ist es, ausschließlich nach fachlichen Kriterien den besten Direktor oder die beste Direktorin" zu finden, versicherte der für die Museen zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter, Wilfried Haslauer (ÖVP).

Vor dieser Entscheidung hatte die Jury am Dienstag Hearings abgehalten. Angeblich waren sechs Kandidaten dazu eingeladen, nachdem sich 39 Personen beworben hatten. Gerüchten zufolge waren nur fünf Kandidaten dieser Einladung gefolgt.

Namen der Kandidaten in der Endrunde werden offiziell nicht bestätigt. Insider nennen als einen der Favoriten Toni Stooss. Dieser war von 1982 bis 1992 Ausstellungsleiter am Kunsthaus Zürich, dann bis 1995 Leiter der Kunsthalle Wien (damals noch im Container am Karlsplatz) und danach Direktor des Kunstmuseums in Bern. Für Stooss sprechen vor allem dessen reiche Erfahrung sowohl als Kurator von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, als auch in der Leitung von Museen.

Gute Chancen werden außerdem Walter Smerling, dem künstlerischen Leiter der Salzburg Foundation, zuerkannt. Dieser dürfte allerdings kaum mit Stooss' Erfahrungen in der Museumsleitung mithalten können. Smerling hat sich vor allem in jüngster Vergangenheit für Salzburg eingesetzt, indem er international renommierte Künstler wie Anselm Kiefer oder Markus Lüpertz zu Werken für Salzburg animiert hat. Demnächst wird er den US-amerikanischen Künstler Richard Serra nach Salzburg bringen.

Weitere Namen, die - ohne jegliche offizielle Bestätigung - für den Posten genannt worden sind: der erfahrene Kurator Markus Brüderlin (unter anderem Fondation Beyeler und Bundeskurator in Österreich), Christa Steinle von der Neuen Galerie in Graz sowie Angelika Nollert vom Siemens Arts Program.