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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
23. Juni 2005
19:53 MESZ
FOTO: APA/GERALD MACKINGER

Flakturm-Kunstwerk wurde restauriert
Der Schriftzug des Amerikaners Lawrence Weiner entstand 1991 im Rahmen der Wiener Festwochen

Wien - Eines der markantesten Kunstwerke im öffentlichen Raum ist erneuert worden: Der Schriftzug am Flakturm im Esterhazypark in Wien-Mariahilf. Die Restaurierung wurde am Donnerstag von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) und Galerist Hubert Winter präsentiert. Das Werk stammt vom Amerikaner Lawrence Weiner. Es zählt zu den bekanntesten Arbeiten des international renommierten Konzeptkünstlers.

Beitrag zum Gedenkjahr

"Smashed to Pieces (In the Still of the Night)" ist auf der einen Seite des Betonbunkers oberhalb der Plattform zu lesen. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde die deutsche Übersetzung angebracht - "Zerschmettert in Stücke, im Frieden der Nacht". Sie stammt von Ferdinand Schmatz. Entstanden ist die Arbeit 1991 im Rahmen der Wiener Festwochen.

"Die künstlerische Bedeutung ist eng verknüpft mit ihrer politischen Dimension", so Mailath-Pokorny bei der Präsentation: "Durch die künstlerische Arbeit wird der Flakturm neu interpretiert und umgedeutet - vom Symbol des Nationalsozialismus zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus. Die Restaurierung ist ein weiterer Beitrag zum Gedenkjahr". Die Kosten für die Restaurierung betragen demnach 80.000 Euro und werden vom Altstadterhaltungsfond getragen.

Konzeptkunst für Fehlplanung

Lawrence Weiner zählt neben Sol Le Witt, Dennis Oppenheim und Joseph Kosuth zu den Hauptvertretern der Konzeptkunst, die Mitte der 1960er Jahre als Fortsetzung der Minimal Art entstanden ist. Für die Konzeptkunst ist die sprachliche Ausformung aller Kunstaussagen - unabhängig von den zur Herstellung verwendeten Materialien - grundlegend. Weiner hatte seine erste Werkpräsentation 1960 in Kalifornien.

Die Wiener Flaktürme wurden zwischen 1942 und 1944 errichtet, einerseits als Podest für die Fliegerabwehr, andererseits als Bunker für die Zivilbevölkerung. Sie stehen im Arenbergpark, in der Stiftskaserne, im Esterhazypark sowie im Augarten. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Wiener Türme war ihr militärischer Wert allerdings bereits überholt, da die mittlerweile hochfliegenden Bomberflotten mit der Flak kaum mehr erreichbar waren. (APA)


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