Sammlung Essl: Arbeiten von Fabrizio Plessi
Ausströmendes Feuer und archaische Raumskulpturen
Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Von den prominentesten Ausstellungsplätzen dieser Welt ist
Fabrizio Plessis skulpturale Auseinandersetzung mit den Elementen, mit
Stein, Holz, Ton und den Materialien, die auch in der Arte-povera
Verwendung fanden, bekannt. Er kombiniert sie seit den sechziger Jahren
mit Reihen oder Kreisen von Videos, die früher oft das Wasser und nun in
der Sammlung Essl in Klosterneuburg das Feuer verbildlichen. Bis 17.
Februar ist "La Stanza del Fuoco-Only Fire" in besonderer Weise auch auf
die Architektur Hans Tesars eingestimmt und nützt den Großen Saal und die
sich über zwei Stockwerke erstreckende Rotunde für die installierten
Objekte, die in der dem italienischen Künstler so typischen Art archaische
Materialien und Natur mit der Künstlichkeit der Bildschirme konfrontieren.
Aber anstatt in diesen jene hektische Fernseh- und Reklamewelt
abzuspielen, setzt Plessi auf ein Paradox: elektronisches Feuer glüht aus
ihnen und aus dem Inneren der ausgehöhlten Baumstämme, in welchen die
Monitore platziert sind. Scheinbares Verglühen des Holzes an den Rändern
suggeriert "Brandherde der Virtualität". Die Baumstämme sind mit Tauen
an riesige schräge Stahlwände gehängt oder mit einfachen Möbelstücken
(Tische, Sessel), mit Äxten und Karren kombiniert. Die Stahlflächen
wiederum sind mit einer patinahaften malerischen Schicht aus Rost
überzogen. Zeitfaktoren spielen eine bedeutende Rolle wie immer in Plessis
historisch und ästhetisch aufgeladenen Arbeiten. Nach dem Wasser und
seinen verschiedensten Manifestationen ist es nun das Feuer als Urkraft,
das in seine Gesetze strenger Perspektive eingefangen wird. Zahlreiche
Skizzen zu den einzelnen Objketen des hängenden abgeholzten Waldes und der
gesamten Installation werden in Eisenvitrinen gezeigt und auch im
Katalogbuch genauer erläutert. Eine inhaltlich vielseitig aufgeladene
Pracht und das Ausströmen von Feuer passt nicht nur in die qualitätvolle
Architektur Tesars (und dem Preis, den die Sammlung erhalten hat), sondern
auch ikonografisch zur Jahreszeit Winter.
Erschienen am: 05.02.2002 |
. |

Sammlung Essl: Arbeiten von Fabrizio Plessi
Österreichische Nationalbiblioth ek: Das Haus Oranien in
Porträtstichen
Quer durch Galerien
Kaiserliches Hofmobiliendepot : Stararchitekt Alvar Aalto
Quer durch Galerien
Österreichische Galerie - Atelier Augarten: "The waste land"
Galerie Hofstätter: Arbeiten von Adolf Frohner
Quer durch Galerien
BAWAG Foundation: Öyvind- Fahlström- Retrospektive
Palais Harrach: Arbeiten von Alfred Hrdlicka








|
. |