
"Eckl war eine Meisterin der expressiven Bewegung in einer eigens perfektionierten Technik der Farbkreide", versucht Frederik Lehner, der kürzlich die Leitung der von seinem Vater Hermann aufgebauten Galerie übernommen hat, im Gespräch mit der APA eine kurze Charakterisierung, "es ist eine ehrliche, naturverbundene Kunst." Zu sehen sind vor allem schlichte, bäuerliche Szenen. Eckls zahlreiche Zeichnungen scheinbar schwereloser Tänzerinnen haben fast alle schon früher Abnehmer gefunden. Denn in Oberösterreich erfreut sich die Künstlerin seit langem großer Beliebtheit. "Wir haben an die hundert Eckl-Sammler in unserer Kartei", schildert Lehner.
Erste Wiener Eckl-Personale seit 50 Jahren
Hatte Eckl einst im Wien der Zwischenkriegszeit durchaus in prominentem Rahmen - u.a. gemeinsam mit Alfred Kubin - ausgestellt, so handelt es sich bei der nun gezeigten Ausstellung um die erste Wiener Eckl-Personale seit 50 Jahren. Bis auf ein unverkäufliches Ölgemälde aus dem Frühwerk stammen die Arbeiten aus Eckls reichem künstlerischen Nachlass, den die Galerie Lehner betreut und aus dessen Beständen in den vergangenen Jahren rund 20 Einzelausstellungen sowie die große Gedächtnis-Schau zum 100. Geburtstag 1992 im OÖ Landesmuseum zuammengestellt hat.
Neben österreichischer Kunst - die nächste Einzel-Ausstellung gilt Viktor Lederer - will sich Galerist Lehner künftig verstärkt der deutschen Neuen Sachlichkeit widmen. "Wir wollen nicht den zwanzigsten Walde machen. Außerdem ist die österreichische klassische Moderne hier zu Lande bereits extrem teuer." So wird August Wilhelm Dressler, ein Berliner Expressionist, der einst gemeinsam mit Max Pechstein ausgestellt hat, demnächst in der Galerie Lehner zu entdecken sein. (APA)