Bregenz
(VN-cd) Das Unternehmen Montreal, initiiert und
organisiert vom Künstler Marbod Fritsch, unterstützt vom Land
Vorarlberg, geht mit Ausstellungen von Vorarlbergern in Kanada und
Kanadiern in Vorarlberg im nächsten Jahr zu Ende. Das Finale des
vielschichtigen Unternehmens bedeutet keineswegs den Abschluss der
Künstleraustauschprojekte des Landes.
Montreal stellt eine Zäsur im
Künstlerverschickungsprogramm des Landes dar. Während seit Jahren
bildende Künstler und Schriftsteller etwa in ein Atelier in
Griechenland und Italien geschickt werden, um dort einige Wochen in
einem neuen Umfeld zu arbeiten, hatten die vier Künstler, die sich
in Kanada aufhielten, verschiedenste Kontakte zu Hochschulen,
Galeristen, Kunstvereinen und anderen Vermittlungs- und
Bildungseinrichtungen zu knüpfen.
Kanadier in Dornbirn
Miriam Prantl, Ruth Knünz, Wolfgang Herburger und
Christian Lutz werden im September nächsten Jahres in den
Räumlichkeiten eines renommierten, zentral situierten Kunstvereins
in Montreal ausstellen. Zuvor werden vier Kanadier nach Vorarlberg
eingeladen. Hier werden sie, so Projektleiter Marbod Fritsch, mit
"Vorgefundenem" arbeiten und das Ergebnis ihrer Recherchen bzw.
Tätigkeit im Kunst.Raum.Dornbirn präsentieren.
Vorarlberger in Berlin
Von weiteren Kunstaustauschprojekten des Landes werden
vor allem Autoren profitieren. Demnächst wird eine Gruppe
Vorarlberger Schriftsteller nach Berlin reisen und dort im Rahmen
mehrerer Lesungen auftreten. Ursprünglich war geplant, in Dublin ein
Atelier für Autoren aus dem Land einzurichten. Nachdem es in der
Kontaktstelle einige personelle Veränderungen gegeben hat, hat sich
das Vorhaben etwas verzögert. Es steht, so Kulturamtsleiter Werner
Grabher, aber nach wie vor auf dem Aktivitäten-Plan der
Kulturabteilung.
Kosmos in Istanbul
Trotz Terminverschiebung noch nicht aus dieser Liste
gestrichen wurde zudem ein Theaterprojekt. "Pera Palas", ein Stück
des aus der Türkei stammenden und in den USA lebenden Autors Sinan
Ünel, wurde vor gut einem Jahr vom Bregenzer Theater Kosmos erstmal
in Österreich aufgeführt. Es erzählt eine Familiengeschichte vor
einschneidenden gesellschaftspolitischer Veränderungen. Zentraler
Schauplatz ist das einstige Grandhotel Pera Palas in Istanbul. Und
an diesem geschichtsträchtigen Ort, an dem sich Größen aus Politik
und Showbusiness aufhielten, sollten Gastspiele der
Kosmos-Produktionen stattfinden.
Nachdem die grundsätzliche Finanzierung des Ensembles, das
derzeit an der vorerst letzten Neuinszenierung arbeitet, noch nicht
geklärt ist, wurde das Auslandsprojekt aufgeschoben. "Aber nicht
abgeschrieben", versichert Werner Grabher.
Austauschprojekte
Montreal: Wird mit Ausstellungen in Kanada und
Vorarlberg 2003 beendet
Berlin: Lesereise Vorarlberger Autoren
Istanbul: Gastspiele des Theaters Kosmos in
Planung
Dublin: Atelier für Schriftsteller in Planung
Pyrgi: Atelier noch bis 2003 gebucht
Das Stück "Pera Palas" von Sinan Ünel, produziert vom
Theater Kosmos, soll im Hotel Pera Palas in Istanbul aufgeführt
werden.