VN Do, 12.9.2002

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Kultur 

Und später dann nach Dublin

Auch nach dem Montreal-Projekt setzt das Land Vorarlberg auf Austausch

Bregenz (VN-cd) Das Unternehmen Montreal, initiiert und organisiert vom Künstler Marbod Fritsch, unterstützt vom Land Vorarlberg, geht mit Ausstellungen von Vorarlbergern in Kanada und Kanadiern in Vorarlberg im nächsten Jahr zu Ende. Das Finale des vielschichtigen Unternehmens bedeutet keineswegs den Abschluss der Künstleraustauschprojekte des Landes.

Montreal stellt eine Zäsur im Künstlerverschickungsprogramm des Landes dar. Während seit Jahren bildende Künstler und Schriftsteller etwa in ein Atelier in Griechenland und Italien geschickt werden, um dort einige Wochen in einem neuen Umfeld zu arbeiten, hatten die vier Künstler, die sich in Kanada aufhielten, verschiedenste Kontakte zu Hochschulen, Galeristen, Kunstvereinen und anderen Vermittlungs- und Bildungseinrichtungen zu knüpfen.

Kanadier in Dornbirn

Miriam Prantl, Ruth Knünz, Wolfgang Herburger und Christian Lutz werden im September nächsten Jahres in den Räumlichkeiten eines renommierten, zentral situierten Kunstvereins in Montreal ausstellen. Zuvor werden vier Kanadier nach Vorarlberg eingeladen. Hier werden sie, so Projektleiter Marbod Fritsch, mit "Vorgefundenem" arbeiten und das Ergebnis ihrer Recherchen bzw. Tätigkeit im Kunst.Raum.Dornbirn präsentieren.

Vorarlberger in Berlin

Von weiteren Kunstaustauschprojekten des Landes werden vor allem Autoren profitieren. Demnächst wird eine Gruppe Vorarlberger Schriftsteller nach Berlin reisen und dort im Rahmen mehrerer Lesungen auftreten. Ursprünglich war geplant, in Dublin ein Atelier für Autoren aus dem Land einzurichten. Nachdem es in der Kontaktstelle einige personelle Veränderungen gegeben hat, hat sich das Vorhaben etwas verzögert. Es steht, so Kulturamtsleiter Werner Grabher, aber nach wie vor auf dem Aktivitäten-Plan der Kulturabteilung.

Kosmos in Istanbul

Trotz Terminverschiebung noch nicht aus dieser Liste gestrichen wurde zudem ein Theaterprojekt. "Pera Palas", ein Stück des aus der Türkei stammenden und in den USA lebenden Autors Sinan Ünel, wurde vor gut einem Jahr vom Bregenzer Theater Kosmos erstmal in Österreich aufgeführt. Es erzählt eine Familiengeschichte vor einschneidenden gesellschaftspolitischer Veränderungen. Zentraler Schauplatz ist das einstige Grandhotel Pera Palas in Istanbul. Und an diesem geschichtsträchtigen Ort, an dem sich Größen aus Politik und Showbusiness aufhielten, sollten Gastspiele der Kosmos-Produktionen stattfinden.

Nachdem die grundsätzliche Finanzierung des Ensembles, das derzeit an der vorerst letzten Neuinszenierung arbeitet, noch nicht geklärt ist, wurde das Auslandsprojekt aufgeschoben. "Aber nicht abgeschrieben", versichert Werner Grabher.

Austauschprojekte

Montreal: Wird mit Ausstellungen in Kanada und Vorarlberg 2003 beendet

Berlin: Lesereise Vorarlberger Autoren

Istanbul: Gastspiele des Theaters Kosmos in Planung

Dublin: Atelier für Schriftsteller in Planung

Pyrgi: Atelier noch bis 2003 gebucht

Das Stück "Pera Palas" von Sinan Ünel, produziert vom Theater Kosmos, soll im Hotel Pera Palas in Istanbul aufgeführt werden.




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