Salzburger Nachrichten am 04. Dezember 2002 - Bereich: kultur
GALERIENBLICK Monotonie als Thema

GALERIENBLICK

Monotonie als Thema

Die Galerie Eboran bietet vor der Winterpause verschleierte Bilder von Dieter Preisl. Auf einem Hintergrund, den der 1962 geborene Maler in mehreren Farbschichten anlegt - es handelt sich dabei um Standbilder, die er als vergrößerte Ausschnitte vom Bildschirm abfotografiert - trägt er mit einer zarten, horizontalen Pinselführung ein Netz feiner Striche auf, die sich zu linearen Bewegungen formieren.

Was aus der Nähe eine rhythmische Struktur mit vertikalen Bruchkanten ergibt, erweist sich aus der Distanz als verschwommenes Einsinken in den Malgrund. Das führt zu monotonen Flächen, in denen sich die Details in kleinteiligen Bewegungen verlieren. Den Bildern fehlt dadurch die Spannung, das stoff- oder tapetenartige Muster hinterlässt einen schlaffen Eindruck. Die feinen, webartigen Texturen verbreiten eine emotionslose Atmosphäre anschaulicher Monotonie. (Bis 6. 12.) W. RICHTER