Graz nach 2003: Klasnic warnt vor "vorbeugendem Fürchten"
Kreativität statt mehr Geld
Die steirische Landeshauptfrau und Kulturreferentin Waltraud
Klasnic (V) hat sich in die Nachhaltigkeitsdebatte um das
Kulturhauptstadt-Jahr Graz 2003 eingeschaltet. Befürchtungen, dass Graz
2004 kulturpolitisch in ein finanzielles Loch fallen könnte, weist sie
entschieden zurück: "Das ist wie sich vorbeugend fürchten und vorbeugend
zu sagen: Das geht nicht." Die Stimmung in Graz sei sehr gut, nun sei
Kreativität und Wollen gefragt. Zusätzliches Geld werde es aber nicht
geben. Das Datum Ende 2003 sei kein "Fallbeil", das Problem- und das
Veranwortungsbewusstsein, dass es 2004 gut weitergehe, sei da, meinte
Klasnic im Gespräch: "Wir haben bis 2003 auch Kultur gehabt in Graz, wir
haben sie ja nicht erst seit Jänner." Es seien viele neue Spielstätten
entstanden, die nun bespielt werden müssten. Die Vorbereitungen dafür
seien im Laufen: "Es ist ja nicht so, dass sich niemand Gedanken macht."
Dass nun verstärkt Kritik an einer zu spät begonnenen
Nachhaltigkeits-Debatte aufkommt, versteht die Landeskulturreferentin
nicht: "Vielleicht sind nicht alle gefragt worden, die gerne gefragt
worden wären". In erster Linie sei die Debatte über das "Danach"
Aufgabe der Stadt, so Klasnic, verweist aber gleichzeitig auf die gute
Zusammenarbeit von Stadt und Land. Der Grazer Kulturstadtrat Christian
Buchmann (V) hat für den Herbst einen "Kulturdialog" angekündigt, in dem
die kulturpolitischen Ziele gemeinsam mit den Kunstproduzenten festgemacht
werden sollen - Auftakt ist eine "Open Space"-Veranstaltung am 10.
September. Während Buchmann Schwerpunktsetzungen und Umschichtungen im
Kulturbudget in Aussicht gestellt hat, möchte die SPÖ nicht näher
definiertes "frisches Geld" in die Hand nehmen. Zur strukturellen
Frage, ob der für 2003 aufgebaute Apparat und seine Akteure auch künftig
eine Rolle spielen sollen, winkte Klasnic ab: "Ich glaube, dass Intendant
Lorenz mit seiner Arbeit, die er für 2003 vorbereitet hat, Nachhaltigkeit
für 2004 bewirkt." Darauf aufbauen und fortsetzen könne man sehr wohl,
aber außerordentliche Budgetierung seitens des Landes werde es keine
geben: "Es ist 2003 und in den Jahren davor sehr viel eingebracht worden
und das muss jetzt auch einmal wirken und das muss man auch wirken
lassen." Ohne Zweifel müsse man nachdenken, ob man das ganze Bisherige
plus das ganze Neue wird halten können. "Das wird nicht gehen", gibt
Klasnic auch gleich die Antwort.
Erschienen am: 02.09.2003 |
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