21. September 2005
20:12 MESZ
Wenn die Erinnerung verblasst
Das
Medium Fotografie ist viel weniger gut geeignet, Kriegswirklichkeit
abzubilden als Malerei: Martin Dammann in der Galerie Georg Kargl
Wien
- Von intensiven Erlebnissen, die man eigentlich zu verdrängen
versucht, bleiben Farben wie Gerüche oft hartnäckig zurück. In seiner
Auseinandersetzung mit der medialen Kriegsberichterstattung bedient
sich Martin Dammann sehr bewusst dieses psychologischen Phänomens.
Originalfotos und Filmausschnitte ab der Zeit um den Ersten
Weltkrieg bis hin zum Kosovo-Konflikt bilden den Ausgangspnkt seiner
großformatigen Aquarelle, die er in der Ausstellung Vanishing Point neben Fotografien und Videos präsentiert.
Dass das Medium Fotografie viel weniger gut geeignet ist, die
Kriegswirklichkeit abzubilden als das Medium Malerei, wird in der
Ausstellung insofern deutlich, als dass die aufgeblasenen Originalfotos
aus dem Zweiten Weltkrieg die Gräuel des Krieges viel weniger gut
erfahrbar machen, als die eigentümlich schmutzigen Farben seiner
gruselerregenden Aquarelle. (cb/DER STANDARD, Printausgabe, 22.09.2005)
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