text breit  text schmal  
drucken 
Bilder keine Bilder

derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
21. September 2005
20:12 MESZ
Galerie Georg Kargl
4., Schleifmühlgasse 5
01
585 41 99
Bis 5. 11. 
Foto: Galerie Georg Kargl
Martin Dammann: "End of the Line", Aquarell auf Papier, 2005.

Wenn die Erinnerung verblasst
Das Medium Fotografie ist viel weniger gut geeignet, Kriegswirklichkeit abzubilden als Malerei: Martin Dammann in der Galerie Georg Kargl

Wien - Von intensiven Erlebnissen, die man eigentlich zu verdrängen versucht, bleiben Farben wie Gerüche oft hartnäckig zurück. In seiner Auseinandersetzung mit der medialen Kriegsberichterstattung bedient sich Martin Dammann sehr bewusst dieses psychologischen Phänomens.
Originalfotos und Filmausschnitte ab der Zeit um den Ersten Weltkrieg bis hin zum Kosovo-Konflikt bilden den Ausgangspnkt seiner großformatigen Aquarelle, die er in der Ausstellung Vanishing Point neben Fotografien und Videos präsentiert.
Dass das Medium Fotografie viel weniger gut geeignet ist, die Kriegswirklichkeit abzubilden als das Medium Malerei, wird in der Ausstellung insofern deutlich, als dass die aufgeblasenen Originalfotos aus dem Zweiten Weltkrieg die Gräuel des Krieges viel weniger gut erfahrbar machen, als die eigentümlich schmutzigen Farben seiner gruselerregenden Aquarelle. (cb/DER STANDARD, Printausgabe, 22.09.2005)

© 2005 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.