Die Kunst der Tiroler Landwirtschaft im Landesmuseum
Landwirtschaft und Kultur haben viel miteinander zu tun. Eine Schau im
Landesmuseum zeigt, wie viel.
Artikeltext: Die Tiroler Landwirtschaftskammer feiert ihren 125.
Geburtstag unter anderem mit einer großen Ausstellung im Tiroler
Landesmuseum. In der mit rund 120 Arbeiten bestückten Schau wird die
"Kunst der Landwirtschaft" von 1875 bis heute zelebriert.
Die Bilder, Zeichnungen, Skulpturen, Objekte, Fotografien und Videos
dokumentieren einen radikalen Wandel des bäuerlichen
Selbstverständnisses in den vergangenen 125 Jahren. Während damals noch
ein großer Teil der Tiroler Bevölkerung von der Landwirtschaft lebte,
sind es heute nicht einmal mehr zehn Prozent. Radikal gewandelt haben
sich auch die Kulturlandschaft und die Kulturtechniken.
Kunst auf drei Ebenen
Und dies alles zeigt die Schau eindrucksvoll, verpackt in Kunst, die
sich sehen lassen kann. "Die Kunst der Landwirtschaft" wird in vier
Kapiteln auf drei musealen Ebenen vorgeführt, wobei sich jeweils Kunst
von gestern und heute gegenüberstehen.
Start ist im musealen Foyer, wo der Besucher mit der Realität von heute
konfrontiert wird. Mit Walter Niedermayrs Landschaften einer
Freizeitindustrie, mit dem Video von Hans Schabus, das zeigt, wie die
ehemals landwirtschaftlich genutzte Landschaft mehr und mehr von
Verkehrsflächen verdrängt wird. Im Mezzanin wird das Bild auf das
bäuerliche Menschenbild gelenkt.
Archaik und Idylle
Mit den archaischen Porträts von Albin Egger-Lienz, den idyllischen
Impressionen von Franz Defregger bzw. dem Bild von Maria Lassnig, bei
dem vom Bauern nur mehr klischeehaft sein Hut übrig geblieben ist. Oder
dem Video "Schuhplattler" der türkischen Künstlerin Songül Boyraz mit
ihrem Blick von außen.
Reizvolle Nachbarschaften dominieren auch die Ausstellungsteile
"Arbeit" und "Mahlzeit". Der sentimentale Blick weicht dem ironischen
oder dokumentarischen, die Malerei von gestern dem Video von heute. Die
Studiogalerie ist für Lois und Franziska Weinberger und ihr "Home
Voodoo" reserviert.
Tiroler Landesmuseum, Innsbruck; bis 13. Jänner, täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr<
Autor: Von Edith Schlocker Quelle: TT