VN Sa, 20.12.2003

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Kultur 

VN-INTERVIEW: Werner Grabher übernimmt den Vorsitz der IBK-Kommission Kultur

Netzwerke sind Kapital

Eine stärkere Zusammenarbeit der Länder ist möglich

Bregenz (VN-cd) Im nächsten Jahr übernimmt Werner Grabher, Leiter der Kulturabteilung im Amt der Vorarlberger Landesregierung, den Vorsitz in der Kommission Kultur der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK).

VN: Herr Dr. Grabher, inwieweit gibt es die Möglichkeit, in diesem Gremium wirklich gestaltend zu wirken?

Grabher: Ich sehe das auf zwei Ebenen, einmal gibt es die an die Organisationsform gebundene Geschichte mit den Fördergaben. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, inwieweit in den Ländern der Aufbau eines wirksamen Netzwerkes für Kultur möglich ist.

VN: Und auf beiden Ebenen kann die IBK konkret etwas bewirken?

Grabher: Allein schon durch die Festlegung, für welche Sparte die Fördergaben vergeben werden, ist das möglich. Auf meinen Vorschlag hin ist vor einiger Zeit der Preis für Tanz ausgeschrieben worden, heuer war es die zeitgenössische Musik. Im nächsten Jahr kommt der Film. Das ist auch noch nie da gewesen. In der Kultur ist es zudem so, dass wir viel Aktion haben, aber zu wenig Reflexion und Vernetzung. Netzwerke bedeuten Beziehungskapital neben dem Wissenskapital. Da können wir einiges bewegen.

VN: Wie läuft die Arbeit

überhaupt ab?

Grabher: Es gibt drei Sitzungen pro Jahr, aber man trifft sich auch sonst.

VN: Ist der Kulturbegriff,

der dabei zum Tragen

kommt, eigentlich der Zeit entsprechend und ist die Bodenseeregion gemessen am notwendigen Bewegungsraum eines Künstlers nicht doch sehr klein?

Grabher: Das haben die Kulturverantwortlichen, mit denen ich zu tun habe, längst begriffen. Internationalisierung muss aber nicht nur in Übersee passieren. Als Steigbügelfunktion können wir für einzelne Künstler und Gruppierungen aber durchaus interessant sein. Ein gutes Beispiel ist etwa die Ausstellung "Heimspiel" in St. Gallen, bei der nun erstmals auch bildende Künstler aus Vorarlberg dabei sind.

Stichwort IBK

Eine Region

Der Internationalen Bodenseekonferenz gehören Baden-Württemberg, Bayern, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Außerrhoden, Liechtenstein und Vorarlberg an. Die IBK hat sich zum Ziel gesetzt, die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken.

Internet: www.boden seekonferenz.org

Werner Grabher, Leiter der Kulturabteilung des Landes.

(Foto: VLK)




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