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derStandard.at | Kultur | Kultur & Politik 
19. Dezember 2007
16:14 MEZ
Salzburger Kulturstätten: Kritik an Förderpraxis
Stadt und Land würden vor allem "hochherrschaftliche Kulturstrukturen" stützen

Salzburg - Der Dachverband Salzburger Kulturstätten hat die Subventionsbudgets von Stadt und Land des Jahres 2008 analysiert und kritisiert, dass die öffentliche Hand vor allem "hochherrschaftliche Kulturstrukturen" fördere und nicht ausreichend Projekte und produzierende Künstler. Trotz "positiver Tendenzen und einer Reihe von Verbesserungen im Detail" forderte Dachverband-Vorsitzender Tomas Friedmann am Mittwoch bei einer Pressekonferenz einen Paradigmenwechsel in der Subventionspolitik. "Ein guter Ansatz wäre zum Beispiel, 50 Prozent der Gesamt-Subvention an lebende Künstler und ihre Projekte zu binden."

Besonders bemängelte Friedmann, dass im Land das Gesamtbudget um 6,9 Prozent steige, während sich das Kulturbudget nur um 0,03 Prozent erhöhe. Die insgesamt 44,9 Mio. Euro für die Kultur würden vor allem den Museen, den "etablierten" Einrichtungen wie Musikum, Mozarteum Orchester, Landestheater und Heimatpflege zu Gute kommen. Film, Literatur und die freie Kulturförderung, aus der die Künstlerförderung und kulturelle Einzelprojekte finanziert werden, seien die Verlierer im Budget des Landes 2008, obwohl Details aus dem Budget im Moment noch nicht abgelesen werden könnten.

Stadt-Land-Gefälle

In der Stadt wird die Lage besser beurteilt. Da sei das Gesamtbudget nur um 5,2 Prozent gestiegen, das Kulturbudget allerdings um 8 Prozent. Auch der Anteil der freien Kulturförderung sei sogar um 11 Prozent mehr geworden. Dennoch hält der Dachverband seine Forderung, das Kulturleitbild vollständig umzusetzen und die trotz allem vielfach noch unzureichende Förderung der freien Kultur in den Folgejahren weiter zu verbessern.

Gänzlich unbefriedigend sei jedoch das Förderverhältnis zwischen Stadt und Land. Der Dachverband, in dem mittlerweile 70 überwiegend kleinere und "freie" Institutionen organisiert sind, verwies auf den Lungau. "Dort gibt es weder Kino noch Theater, sondern fast nur Denkmalpflege und Blasmusik", so Robert Wimmer, von der Lungau Kultur. Dieser Verein war jahrelang an der Kippe zum Zusperren, ist jetzt aber mit "kargem, aber das Überleben ermöglichenden Subvention ausgestattet. Im Lungau leben vier Prozent der Salzburger, und nur ein Prozent der ohnehin dürftigen freien Kulturförderung fließt in die Region". (APA)


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