New York: Österr. Kulturforum eröffnet im April

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Das neu erbaute Österreichische Kulturforum New York wird am 18. April 2002 eröffnet. Begleitet wird dieser Event von einem dreimonatigen Eröffnungs-Programm "Transforming Modernity", das der Direktor des Kulturforums, Christoph Thun-Hohenstein, Mittwoch Abend bei einem Presseempfang in New York präsentierte.

Zehn Jahre hat es gedauert, bis der Gewinner des 1992 entschiedenen Wettbewerbs zum Neubau des Österreichischen Kulturinstituts New York, der aus Tirol gebürtige und in New York lebende und lehrende Architekt Raimund Abraham, den Abschluss der Bauarbeiten begleiten konnte.

Gefeierter Abraham-Entwurf

Abraham, dessen Entwurf von der amerikanischen Architektur-Kritik als Sensation gefeiert worden ist, verlor ob der Verzögerungen zwischenzeitlich schon die Geduld und legte wütend seinen österreichischen Pass zurück. Nun allerdings wird die Eröffnung als Aufbruchssignal gesehen. "Wiederaufbau wird in New York City jetzt ja hochgeschrieben", betonte Thun-Hohenstein. So werde auch dieses Projekt in der kulturellen Hauptstadt zum Wiederaufbau beitragen.

Vorausblickender Abraham

Raimund Abraham sah sich mit der Frage konfrontiert, ob in Zeiten wie diesen Design und das Zugeständnis zu den Gefahren des modernen Lebens in der Architektur vereint werden müsse: "Wenn ich die Vorahnung von Terror nicht in meine Architektur einplanen würde, wäre ich nichts wert."

Eröffnung mit Musik-Marathon

Die Tore des Kulturforums öffnen sich erstmals am 18. April für geladene Gäste, die am Abend dieses Tages auch einem achtstündigen Musikmarathon des Klangforum Wien beiwohnen können. Die Veranstaltung, die mit einem öffentlichen Konzert endet, ist als "akustisch-architektonische Vermittlung" geplant. "Granular Synthesis", das Medien-Duo Kurt Hentschläger und Ulf Langheinrich, werden am nächsten Tag mit einer ortsbezogenen Installation die erste Etage unter Straßen-Niveau einweihen.

Räume noch nicht begehbar

Noch sind die Räumlichkeiten des schmalen und 24 Stockwerke hohen Gebäudes auf der 52. Strasse nicht begehbar und die Künstler wollen sich erst einmal kundig machen, wie die Räume aussehen und wie sie technisch genutzt werden können, ehe sie etwas über ihr Projekt berichten.

Symposium Elektronik-Kommunikation

Ein internationales Symposium "Mediations: Archaelogies and Transformations in the Electronic Sphere" wird dazu den Einfluss elektronischer Kultur auf Kommunikation, Repräsentation und Erwartung hinterfragen. Als Teilnehmer erwarten die Organisatoren Timothy Druckrey und Peter Weibel u.a. Siegfried Zielinski, Heidi Grundmann, Knowbotic Research, Christa Sommerer, Granular Synthesis, Yukiko Shikata oder 0100101110101101.org. Mit einer Acht-Tage-Auflage des Wiener Elektronikmusik-Festivals "phonoTAKTIK" klingt das April-Programm aus.

"Transforming Literature"

Der 1. Mai wird mit einem Performance Event von Philosophen Arno Boehler und der Schauspielerin Susanna Granzer begangen. "Transforming Literature" bringt vom 2. bis 7. Mai bildende, elektronische Kunst, graphisches Design, online activity und Musik in Zusammenhang mit moderner österreichischer Literatur.

Auch dieses Festival wird - wie alle künftigen Programme und Dokumente des Forums - in englischer Sprache abgehalten. "Dies ist natürlich eine Herausforderung, da literarische Werke nicht in ihrer Originalsprache präsentiert werden", meinte Thun-Hohenstein. Er sieht darin aber einen Weg, österreichische Literatur dem amerikanischen Publikum näher zu bringen.
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