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Heute Bregenz, morgen Bilbao

Spanische Austauschkünstler June Crespo und Gonzalo Nicuesa überzeugen.

ARIANE GRABHER

Bregenz (VN) Während die Vorarlberger Künstler Alexandra Berlinger und Wolfgang Fiel noch in Bilbao weilen, ist der Aufenthalt der beiden jungen spanischen Gastkünstler June Crespo und Gonzalo Nicuesa in Bregenz schon fast vorbei. Eine Ausstellung zeigt einige Ergebnisse des Gemeinschaftsprojektes mit der Fondatione Bilbao Arte, das als Teil der kulturellen Auslandsaktivitäten des Landes Vorarlberg im nächsten Jahr weitergeführt werden soll und von Winfried Nussbaummüller kuratiert wurde.

Ausstellungsort der Schau, die schlicht und pragmatisch " heute hier" heißt, ist die ehemalige Werkstatt des Künstlers Edgar Leissing in Bregenz und damit quasi künstlerisch vorbelastetes Terrain. Hier hat auch June Crespo (Jahrgang 1982) in den vergangenen zwei Monaten gearbeitet.

Mit dem Selbstverständnis ihrer Generation bedient sie sich unterschiedlichster Medien wie Zeichnung, Malerei, Fotografie und Objekt. In Bregenz geht sie mit raumbezogenen Arbeiten, die das für sie typische Crossover von Zwei- und Dreidimensionalem beinhalten, auf den Ort ein. In einer Auswahl installativer Situationen setzt die Künstlerin ihr bisheriges Schaffen, das " auf wunderbar erfrischende Art und Weise das Provisorium zum Stil" (Nussbaummüller) erhebt, und ihre mitgebrachten Vorstellungen in Beziehung zu den vor Ort gefundenen und rekrutierten Materialien. Alte Skier und Holz vom Sperrmüll formieren sich zu einem räumlichen Gebilde, dessen Bedeutung und Funktion trotz narrativer Details zutiefst im Unklaren bleibt. Stichwort Holz und Skier: so viel Klischee in dem ansonsten unprätentiösen Umgang mit dem Material sei erlaubt.

Wo ist Kunst?

Im Gegensatz zur handfesten Realität dieser Arbeiten, entstehen Gonzalo Nicuesas (Jahrgang 1976) Werke am Computer. Befasst mit Fotografie und den digitalen Verfremdungs- und Umsetzungsmöglichkeiten, mit Kuben und Bildrasterungen, die entfernt an Pixel erinnern, ist eine Serie urbaner Bilder entstanden, die allem Technizismus zum Trotz auch einen malerischen Charakter aufweisen. Das nomadische Element zum Prinzip erhebend, stellt der Künstler die Internationalisierung und Globalisierung, aber auch die Austauschbarkeit von Situationen und die Uniformität städtischer Architektur zur Debatte. Bilbao oder Bregenz? Kunst ist da, wo sie gemacht wird und wo darüber geredet wird.

Die Ausstellung ist in der ehemaligen Werkstatt Edgar Leissing, St. Anna Str. 14, Bregenz, bis 19. November zu sehen, täglich 16 bis 20 Uhr.

Arbeiteten im Rahmen eines Austauschprogrammes des Landes in Bregenz: June Crespo und Gonzalo Nicuesa. (Foto: A. Grabher)




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