Salzburger Nachrichten am 5. November 2005 - Bereich: Kultur
Kultur gewinnt, wenn sie eine Marke schafft

WEIMAR (SN, dpa). Image-Strategien gewinnen in der Kultur nach Einschätzung von Experten an Bedeutung. "Angesichts eines immer unüberschaubareren Kultur- und Freizeitmarktes entscheiden Marken zunehmend über Erfolg von Festivals, Ausstellungen und Theaterinszenierungen", sagte der Fachmann für Kulturmanagement, Steffen Höhne, am Donnerstag zum Auftakt eines Symposiums in Weimar. Bis Samstag diskutieren unter seiner Leitung etwa 100 Praktiker, Theoretiker und Studenten über Marketingstrategien für kulturelle und regionale Einrichtungen.

Marken-Namen lösten Wiedererkennungseffekte aus, sagte Höhne, der an der Musikhochschule Weimar den Bereich Kulturmanagement leitet. Sie garantierten eine bestimmte Qualität. Das sei wichtig, weil sich heute ein kulturell interessiertes Publikum oft spontan entscheide: "Gehen wir ins Theater oder ins Kino?" Außerdem habe ein bekannter Name eines Kulturereignisses bessere Chancen auf Sponsorenmittel. Als Vorbilder für kulturelles Markenmanagement nannte der Germanist und Ökonom die renommierten Bayreuther Festspiele, die Semperoper in Dresden oder die MoMa-Ausstellung in Berlin.