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2001-09-24 19:15
Aus Harmoniebedürfnis ermalte Paradiese
Bilder, Zeichnungen und Skulpturen aus 30 Jahren zeigt Walter Nagl auf der Kunstbrücke der RLB Tirol.
TT-Foto:Zoller
INNSBRUCK (schlo). Am Anfang der bewusst nicht chronologisch gehängten Schau steht ein Selbstbildnis Walter Nagls von 1965. Der Grinzener Bauernsohn war damals 26 Jahre alt, hatte die Wiener Akademie absolviert und stand am Beginn eines Lebens als freischaffender Künstler. Damals war Nagls Handschrift noch expressiv, sein Gestus vehement, seine Farben kräftig. Das sollte sich bald ändern: als harmoniesüchtiger Mensch ermale er sich seine Paradiese, so Nagl, stilisiert er die Landschaft ebenso wie den Menschen zum Stillleben.

Die Farben werden pastellig, die Linien weich, die Wirklichkeit wie durch einen Weichzeichner gesehen, die Köpfe seiner Porträts gesichtslos. "Ich brauche die Oberfläche, um in die Tiefe zu gelangen", sagt Nagl, der immer ein Modell bzw. konkretes Motiv zur Kontrolle seines letztlich autonomen künstlerischen Tuns braucht. Als Bildhauer mag er die "gotischen Linien", die stilisierte Schönlinigkeit, die glatte Oberfläche, das Spiel mit weichen Formen.

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