| INNSBRUCK (schlo). Am Anfang der bewusst nicht
chronologisch gehängten Schau steht ein Selbstbildnis Walter
Nagls von 1965. Der Grinzener Bauernsohn war damals 26 Jahre
alt, hatte die Wiener Akademie absolviert und stand am Beginn
eines Lebens als freischaffender Künstler. Damals war Nagls
Handschrift noch expressiv, sein Gestus vehement, seine Farben
kräftig. Das sollte sich bald ändern: als harmoniesüchtiger
Mensch ermale er sich seine Paradiese, so Nagl, stilisiert er
die Landschaft ebenso wie den Menschen zum Stillleben.
Die Farben werden pastellig, die Linien weich, die
Wirklichkeit wie durch einen Weichzeichner gesehen, die Köpfe
seiner Porträts gesichtslos. "Ich brauche die Oberfläche, um
in die Tiefe zu gelangen", sagt Nagl, der immer ein Modell
bzw. konkretes Motiv zur Kontrolle seines letztlich autonomen
künstlerischen Tuns braucht. Als Bildhauer mag er die
"gotischen Linien", die stilisierte Schönlinigkeit, die glatte
Oberfläche, das Spiel mit weichen Formen.
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