VN Sa, 16.4.2005

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Kultur 

Drei Damen und die Kamera

Video- und Fotoarbeiten von Bajtala, Heger und Klucaric im Künstlerhaus.

ARIANE GRABHER

Bregenz (VN) In Zusammenarbeit mit der Salzburger Galerie im Traklhaus zeigt das Künstlerhaus Bregenz drei österreichische Künstlerinnen der jüngeren Generation, die sich mit neuen Medien auseinander setzen. Mit Miriam Bajtala, Swetlana Heger und Claudia Klucaric ist die gemeinsame Wahl beider Institutionen auf ein Dreimäderlhaus gefallen, das sich in starken, eigenständigen Positionen ausdrückt.

Alle drei Künstlerinnen scheinen zudem als Subjekt und Objekt gleichzeitig auf und alle drei verkaufen sich vor und hinter der Kamera gleichermaßen gut.

Videogymnastik

Miriam Bajtala (geboren 1970 in Bratislava, lebt in Wien) stellt in ihren Arbeiten, die das Unentrinnbare zum Thema haben, die feststehenden Kategorien "Subjekt" und "Blick" in Frage. In den installativen Loops ihrer "Videogymnastik" nimmt sich die Künstlerin der Frage nach dem Abbild des Körpers an, in den sie abwechselnd hinein- bzw. aus ihm herausschlüpft. Im klassischen Filmgenre der Verfolgungsjagd spielt sich dagegen "Paranoia" ab. In dieser Projektion ist die Künstlerin Verfolgerin und Verfolgte zugleich, die sich in der Zeitlosigkeit in der Endlosschleife einer linearen Bewegung abmüht. Während sich der Blick hier nicht genau identifizieren lässt, wirkt die zweite Projektion "Swing" ungleich subtiler, fast melancholisch. In dieser Arbeit, die das Medium mitreflektiert, schwingt nicht die Schaukel, sondern der Wahrnehmungshorizont.

Nachdem einzelne von Swetlana Hegers (geboren 1968, lebt in Berlin und Bregenz) Fotoarbeiten schon im Künstlerhaus zu sehen waren, zeigt sie nun einen größeren Ausschnitt aus der Reihe "Playtime". In den Selbstporträts, die im großen Format ungleich stärker wirken, befasst sich Heger in der Grauzone von Kunst, Kommerz und Sponsoring mit Fragen nach der Autorenschaft oder den Produktionsbedingungen ihres Mediums. In dieses Spiel mit Rollen und Klischees und die Kooperation mit Weltmarken schleichen sich auch Verweise auf die Malereigeschichte ein.

In Traumwelten und in sich ergänzende Räume entführt auch die Videoarbeit "Parallelleben" von Claudia Klucaric (geboren 1968 in Graz, lebt in Wien). Wird der Traum zum Bewusstseinskatalysator, so muss man sich für die atmosphärisch aufgeladenen Video-Frauenporträts, die über eine Dokumentation weit hinausgehen, viel Zeit nehmen. Zeit, die sich auch die Künstlerin genommen hat, als sie die vier Frauen für ihre "analytischpoetische Annäherung" begleitet hat.

Die Ausstellung ist bis 16. Mai zu sehen, geöffnet Di bis Sa, 14 bis 18, So und Feiertag, 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.

Entführt in Traumwelten: Arbeit von Claudia Klucaric im Bregenzer Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis.




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