ARIANE GRABHER
Bregenz (VN) In Zusammenarbeit mit der Salzburger Galerie im
Traklhaus zeigt das Künstlerhaus Bregenz drei österreichische
Künstlerinnen der jüngeren Generation, die sich mit neuen Medien
auseinander setzen. Mit Miriam Bajtala, Swetlana Heger und Claudia
Klucaric ist die gemeinsame Wahl beider Institutionen auf ein
Dreimäderlhaus gefallen, das sich in starken, eigenständigen
Positionen ausdrückt.
Alle drei Künstlerinnen scheinen zudem als Subjekt und Objekt
gleichzeitig auf und alle drei verkaufen sich vor und hinter der
Kamera gleichermaßen gut.
Videogymnastik
Miriam Bajtala (geboren 1970 in Bratislava, lebt in Wien) stellt
in ihren Arbeiten, die das Unentrinnbare zum Thema haben, die
feststehenden Kategorien "Subjekt" und "Blick" in Frage. In den
installativen Loops ihrer "Videogymnastik" nimmt sich die Künstlerin
der Frage nach dem Abbild des Körpers an, in den sie abwechselnd
hinein- bzw. aus ihm herausschlüpft. Im klassischen Filmgenre der
Verfolgungsjagd spielt sich dagegen "Paranoia" ab. In dieser
Projektion ist die Künstlerin Verfolgerin und Verfolgte zugleich,
die sich in der Zeitlosigkeit in der Endlosschleife einer linearen
Bewegung abmüht. Während sich der Blick hier nicht genau
identifizieren lässt, wirkt die zweite Projektion "Swing" ungleich
subtiler, fast melancholisch. In dieser Arbeit, die das Medium
mitreflektiert, schwingt nicht die Schaukel, sondern der
Wahrnehmungshorizont.
Nachdem einzelne von Swetlana Hegers (geboren 1968, lebt in
Berlin und Bregenz) Fotoarbeiten schon im Künstlerhaus zu sehen
waren, zeigt sie nun einen größeren Ausschnitt aus der Reihe
"Playtime". In den Selbstporträts, die im großen Format ungleich
stärker wirken, befasst sich Heger in der Grauzone von Kunst,
Kommerz und Sponsoring mit Fragen nach der Autorenschaft oder den
Produktionsbedingungen ihres Mediums. In dieses Spiel mit Rollen und
Klischees und die Kooperation mit Weltmarken schleichen sich auch
Verweise auf die Malereigeschichte ein.
In Traumwelten und in sich ergänzende Räume entführt auch die
Videoarbeit "Parallelleben" von Claudia Klucaric (geboren 1968 in
Graz, lebt in Wien). Wird der Traum zum Bewusstseinskatalysator, so
muss man sich für die atmosphärisch aufgeladenen
Video-Frauenporträts, die über eine Dokumentation weit hinausgehen,
viel Zeit nehmen. Zeit, die sich auch die Künstlerin genommen hat,
als sie die vier Frauen für ihre "analytischpoetische Annäherung"
begleitet hat.