Eben in Mistelbach gewesen. Und um jetzt ganz ehrlich zu sein: das erste Mal. Und der Grund? Eh klar, schon wieder ein Museum!
Und wie erwartet: Anständig ist es geworden, für eine Stadtgemeinde dieser bescheidenen Größe völlig unbescheiden. Aber: Es passt, sitzt perfekt inmitten des bislang vom durch Fremde verursachten Verkehr völlig unbetroffenen Weinviertels. Und Schuld ist wieder einmal einer, der das Entwickeln und Verwirklichen von Museen gar nicht gelernt hat, ein Autodidakt auf diesem Gebiet, ein gelernter Künstler! Der allerdings einige Übung hat im Definieren von Orten. Schließlich ist ihm auch die Kunsthalle Krems zu verdanken, ein Ort, der in Gründertagen ein ganz zentraler der österreichischen und internationalen Gegenwartskunst war. Das hat sich ja leider um knapp zwei Jahrhunderte nach hinten verschoben. Aber vielleicht denkt man in den zuständigen Leitstellen ja, die unmittelbare Gegenwart wäre den Donauradweg-Radlern nicht zuzumuten.
Na ja. Jedenfalls kann man sich leicht vorstellen, dass der Wolfgang Denk das Museumszentrum in Mistelbach - es heißt ganz so, als wäre es etwa das MoMA, offiziell MZM - nicht ganz der Aufarbeitung des Werks von Hermann Nitsch und der Pflege des Messweines überlassen will. Der Denk wird auch dort versuchen, ganz aktuelle bzw. noch unentdeckte Kunst zu verorten. Und jetzt ganz im Ernst an wen auch immer: Lasst ihn das einfach machen! (mm / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.5.2007)