"Eine zauberhafte Ausstellung" -
begeistert sich die charmante Aufsichts-Dame im Lentos. Sie
hat recht. "Still" - die heute eröffnete
Winterbilder-Präsentation des Linzer Kunstmuseums - bietet
eine höchst atmosphärische
Winter-Inszenierung.
Gebannt stehen die Kinder vor
dem lichtersprühenden Weihnachtsbaum. Berge von Papier liegen
auf dem Boden, Geschenke mitten drin. Nun: 1913 war das Feiern
von Weihnachten anscheinend auch nicht viel anders als heute.
Zumindest vermittelt das die "Weihnachtsbescherung"
von Lovis Corinth aus der reichhaltigen Sammlung des Linzer
Kunstmuseums Lentos. Corinths treffliches Gemälde ist Teil der
sowohl stimmungsvollen als auch sehr pointiert präsentierten
Winterausstellung unter dem Motto "Still".
Kuriosa im
Museums-Shop
Da pendeln weihnachtliche Engerl zwischen
hochkarätigen Sammlungsbeständen der Museumspartner Lentos und
Nordico. Atmosphärische Bildwerke, zum thematisch passenden
Winterbündel geschnürt: Der penibel radierte
"Plöckensteinersee" (1914) von Klemens Brosch etwa. Der
erzählerische Detailreichtum des Spätbiedermeiermalers
Friedrich Höhnel beim "Gasslfahren in Linz" - einer
prachtvollen Studie des Freizeitverhaltens unserer Vorfahren
im dereinst idyllischen Stadtteil St.Peter vor der markanten
Hügelkulisse des Pfenningbergs.
Da treffen Giacomellis
humorige und formal zwingende "Priesterseminaristen im Schnee"
(1961) auf "zustandsgebundene Kunst" aus der Navratil-Sammlung
und aus Gallneukirchen (Herbert Schlossern).
Kuriose
Weihnachtsangebote im Museums-Shop, eine
Kunstschneeballschlacht im Lentos-Freiraum, sowie
"Weihnachtsbescherungen" samt Tee und Keksen an den kommenden
Sonntagen ergänzen die Ausstellung.
vom 17.11.2005 |